Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

ChatGPT – ein Meilenstein der KI-Entwicklung

Ich muss mir für die nächsten Wochen und Monate noch eine Strategie überlegen, wie ich mit dem Thema „ChatGPT“ und den vielen Beiträgen darüber umgehe. Denn es wird eine Flut von Beiträgen geben! Hier ist es zum Beispiel Doris Weßels, die sich zuerst von der Leistungsfähigkeit des Chatbots überzeugt („Meilenstein der KI-Entwicklung“) und sich anschließend Gedanken über seine Auswirkungen auf die Hochschullehre macht. Sie kommt zu vier interessanten „Thesen zum künftigen Einsatz von Chatbots in der Lehre“:

„1. KI-Chatbot-Systeme werden zum persönlichen Lernbegleiter und damit zu einem individualisierten Lern-Bot für die Lernenden.
„2. Rein deskriptive und synthetisierende, auf vorhandene Literaturquellen bezogene Arbeiten“ verlieren an Bedeutung, während mündliche Prüfungsgespräche zunehmen werden. … 
3. Für die Bewertung schriftlicher Studien- und Abschlussarbeiten werden sich neue Ansätze etablieren, die nicht nur das Endergebnis, sondern auch explizit den Prozess der Entstehung des Dokumentes berücksichtigen. … 
4. Wir Lehrenden werden zu Architektinnen und Gestaltern des virtuellen (zum Beispiel Virtual Spaces wie Metaverse) und analogen Lernraums, wobei die Rolle der Lernbegleitung mit der Navigationsfunktion für die Lernenden und die Gestaltung des sozialen Raums von besonderer Relevanz sein werden.“

Doris Weßels, Forschung & Lehre, 20. Dezember 2023

(Nachtrag): Gabi Reinmann hat den Beitrag von Doris Weßels kommentiert – im Kern zustimmend, aber ergänzt um eine weitere Perspektive. Es kann für sie nicht um ein allseitiges Aufrüsten gehen („KI-Literacy“). Gefordert ist anderer, wertebasierte Blick auf Bildung und Lernen:
„Noch wichtiger aber ist die dahinterstehende Einstellung: der Blick auf das eigene Wissen und Können, die Selbstverantwortung und die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, die kluge Menschen mit Urteilskraft braucht und nicht solche, die einfach nur geschickt durch alle Gates und an allen Gatekeepern vorbeikommen. Das Gleiche gilt für Wissenschaftlerinnen: die eigene persönliche „Exzellenz“, die Verantwortung sich selbst, den Kollegen und der Wissenschaft gegenüber müssen die treibende Kraft sein – nicht Impact-Faktoren und Drittmittelsummen.“
Gabi Reinmann, ChatGTP – Wettrüsten oder Wertewandel?, 4. Januar 2023

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