Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Das kritische Denken der Intellektuellen verschwindet aus der Öffentlichkeit

Der Artikel spannt einen Bogen: von der Entstehung des Buchmarktes, den ersten Taschenbüchern (vor 500 Jahren), der damit verbundenen „Demokratisierung des Wissens“, bis zu Open Access der Gegenwart und dem Ende des „intellektuellen Taschenbuchs“. Eine besondere Rolle kommt dabei den großen Wissenschaftsverlagen zu. Sie haben ihre hohen Renditen unbeschadet in neue Geschäftsmodelle transferieren konnten. Es verlieren das interessierte Publikum und der öffentliche Diskurs.

„Grosskonzerne wie Elsevier oder Springer Nature haben sich auf ein Geschäftsmodell verlegt, das ohne ausserakademische Leser auskommt und innerakademische Leser ebenfalls meist nur verspricht. Die Autoren stellen das Produkt (den Text, seine Formatierung und sein Lektorat) gratis zur Verfügung. Entsteht dann tatsächlich ein Buch, muss für die «Druckkosten» entweder ein hoher Betrag gezahlt werden, oder der Preis für das Buch bzw. die Online-Lizenzen wird so hoch gesetzt, dass die Universitäten, die zum Kauf verpflichteten Wissenschaftsbibliotheken und indirekt die Steuerzahler das Geschäft der Konzerne auch an dieser Stelle finanzieren.“
Jan Söffner, Neue Zürcher Zeitung, 29. April 2022

Bildquelle: Ria (Unsplash)

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