Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

The Frustration with Productivity Culture

Mit dem Aufkommen von Wissensarbeit, schreibt Cal Newport im New Yorker, wurde Produktivität und ihre Steigerung mehr und mehr zur Privatsache von WissensarbeiterInnen. Sie geraten hier aber schnell in eine „Falle“: denn mehr Output ist immer möglich, wenn man bereit ist, Stunden von der Zeit zu stehlen, die eigentlich Familie, Freizeit und Regeneration zugedacht sind. 

Nun scheint es ein wachsendes Unbehagen gegenüber dem „Ruf nach (mehr) Produktivität“ zu geben. Die gegenwärtige Pandemie und die Sorge vieler Menschen, ihre Produktivität auch im Homeoffice aufrechterhalten zu können, hat da sicher ihren Teil beigetragen. Hinzu kommt das Misstrauen der Arbeitgeber.

Was schlägt der Autor nun vor? Nun, er möchte Produktivität als Begriff nicht aufgeben, aber die Verantwortung vom Einzelnen wieder an das „System“ zurückgeben. Agile Formen des Zusammenarbeitens sind ihm hier ein Vorbild. Hier wurde durch die Einführung von bestimmten Methoden und Werkzeugen die Produktivität der WissensarbeiterInnen erhöht. Ein interessantes Gedankenspiel (ohne dass mich die Lösung überzeugt!).

„This should be the model for increasing productivity throughout knowledge work. Instead of demanding that employees individually produce more, we should instead seek systems that produce more given the same number of employees. This shift might seem subtle but its impact can be enormous, as it frees individuals from the complexity of optimizing output all on their own, and defuses the psychological torment of pitting the personal versus the professional. We should avoid, of course, an overly optimistic view of a systems approach. When others design the rules under which you work, you cannot trust that these rules will be ones that you like. But, as the history of labor politics in other economic sectors teaches us, the advantage of isolating these decisions in clearly defined systems is that they give a target against which to push back.“
Cal Newport, The New Yorker, 13. September 2021

Bildquelle: Charlie Chaplin in „Modern Times“ (Wikimedia)

 

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