Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Resilienz aus Sicht der Organisationsentwicklung

Werner Stork, mein Kollege an der Hochschule Darmstadt und Mitstreiter im Förderprojekt „ALLE im digitalen Wandel“, hat von der Redaktion des eLearning Journal hier etwas Raum bekommen, um die Stichworte Resilienz und Neugier im Zeichen von Corona und im Kontext organisationalen Lernens auszuführen. Dabei geht es vor allem um Zusammenhänge und Beziehungen: zwischen Einzelnen, Teams und Organisationen sowie zwischen Haltung, Lernen und Kultur. 

„Prof. Dr. Werner Stork: Ja, das ist so. Das ist eine Sache, die ich persönlich auch sehr klar gelernt habe und die ich in den acht Jahren an der Hochschule immer klarer sehe: dass wir gucken müssen, aus welcher Perspektive, aus welcher Rolle heraus wir versuchen, Lernen zu unterstützen – und die Rolle und Perspektive würde ich sagen ist das Wichtigste.

Das Tun kann noch so smart und aufbereitet oder designt sein. Lernen ist immer eine Beziehung. Lernen ist immer auch eine Emotion, die damit verbunden ist. Und wenn da die Perspektive und Rolle irgendwie ein bisschen schräg ist, auch ohne dass man es selber möchte, dann hat man diese Situation, dass es irgendwie Kontrolle oder ein Muss oder ein Zwang ist und irgendwie gemessen wird. Dann ist es schwierig, diese Qualität von Lernen, die ich gerade versucht habe zu beschreiben, aufrecht zu erhalten.

Und es gibt so eine Reihe von Unternehmen, von denen ich finde, dass die das ganz smart machen. Die sagen, es gibt natürlich auf der einen Seite dieses Compliancelernen wie Produktinformationen – das ist so ein bisschen, wie wenn du auf Fußball oder Sport schaust, der Schiedsrichter. Und dann hast du aber die andere Truppe, das ist entsprechend der Trainer, der auch aus einer anderen Perspektive auf das Spiel einwirkt. Beide brauchst du eigentlich.

Und ich glaube, es ist einfach gut zu sagen, dass ich bestimmte Formen des Lernens trenne. Die, die eher formalistisch und compliancegetriggert nötig sind und diejenigen Formen des Lernens, die eher explorativ sind, die was Neues entwickeln sollen, die vielleicht auch den Spirit von Leistung und Lernen in Verbindung bringen mit ethischen Geschichten. Achtet auf die Rolle, aus der man die Leute adressiert!“
Jacob Sablotny, Gespräch mit Werner Stork, eLearning Journal, 11. März 2021

Bildquelle: Markus Spiske (Unsplash)  

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