Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Erwachsenenbildung lebt von Präsenz, und digitale Formate bereichern sie

In diesem Gespräch geht es um die Erwachsenenbildung im Allgemeinen, das Studium der Erwachsenenbildung im Besonderen und das Bamberger Forum für Erwachsenenbildung und Weiterbildung 2020, das jetzt im November stattgefunden hätte. In allen Punkten ist man sich einig, dass Präsenz („die Momente der Begegnung, des ungezwungenen Austausches und des persönlichen Gespräches“) unverzichtbar ist. Aber die letzten Monate haben den Raum für neue Erfahrungen geöffnet. Dazu gehören auch und vor allem die Möglichkeiten der Digitalisierung. Beides, Präsenz und Virtuelles, gilt es jetzt, neu zu sortieren.

Julia Franz (Universität Bamberg): „Wie gesagt, ich glaube das Feld der Erwachsenenbildung lebt von Präsenz, kann aber durch digitale Formate durchaus bereichert werden. In der didaktischen digitalen Gestaltung kommt es dann aus meiner Sicht darauf an, auch da weiterhin die klassischen didaktischen Prinzipien der Erwachsenenbildung ernst zu nehmen, wie zum Beispiel Biografieorientierung, Partizipationsorientierung oder Lebensweltorientierung. Das kann auch digital funktionieren, wenn man zum Beispiel im digitalen Seminarraum Gruppen bildet, die sich kurz über ihre biografischen Erfahrungen mit dem Lerngegenstand auszutauschen oder darüber, welche Rolle der Lerngegenstand in ihrem Alltag, in ihrer Lebenswelt spielt. Zudem kann man auch im digitalen Raum mit Teilnehmenden darüber diskutieren, welche Inhalte wie fokussiert werden sollten. Es gibt da viele Möglichkeiten, den persönlichen Austausch anzuregen, die Präsenz wird dies aber nicht vollständig ersetzen können.“
Christine Bertram, Gespräch mit Julia Franz, EPALE – E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa, 19. Oktober 2020

Bildquelle: EPALE

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