Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Von Kompetenzen zu Fähigkeiten – Neues ATD Capability Modell

Die amerikanische Association for Talent Development (ATD), die weltweit größte Standesorganisation für Learning & Development-Professionals, hat ein neues Kompetenzmodell entwickelt und vorgestellt. Damit will man den veränderten Anforderungen Rechnung tragen, die an die Profession heute herangetragen werden. „Data & Analytics“ wurde zum Beispiel als neue Anforderung ins Modell integriert. Die große Veränderung gegenüber dem Vorgänger-Modell besteht jedoch darin, dass man lieber von „Fähigkeiten“ (capabilities) als von Kompetenzen (competencies) sprechen will.

In der Februar-Ausgabe des td Magazins heißt es entsprechend: „Competence has become a somewhat outdated and passive term. It refers to a person’s current state and to them having the knowledge and skills necessary to perform a job. Capability is about integrating knowledge and skills and adapting and flexing to meet future needs. By shifting from a competency model to a capability model, ATD is helping TD professionals put their knowledge and skills to work to create, innovate, lead, manage change, and demonstrate impact.“ („Competency Out, Capability In“)

Christoph Meier (scil) meint dazu (und ich kann seiner Einschätzung gut folgen): „Ich bin nicht sicher, inwiefern diese Begründung auch im deutschen Sprachraum überzeugt, da hier ja bereits seit längerem handlungs- und problemlösungsorientierte Verständnisse von Kompetenz (z.B. Euler / Hahn, Erpenbeck) etabliert sind. Aber dies nur am Rande…“

Das neue „Capability Model“ umfasst drei Bereiche („domains“): „building personal capability“, „developing professional capability“ und „impacting organizational capability“. Diese Bereiche schlüsseln sich wiederum in 23 Fähigkeiten auf.

Es gibt noch weitere Ressourcen des ATD zum Thema. Dort werden die einzelnen Fähigkeiten genauer beschrieben. Einige Ressourcen stehen nur ATD-Mitgliedern zur Verfügung. Nun ist der Wechsel von „competencies“ zu „capabilities“ und die Aufnahme neuer Themen die eine Seite. Doch verändern sich auch die Wege, auf denen Learning Professionals diese Fähigkeiten entwickeln? Und, darauf aufbauend, die Lernumgebungen, in denen sich ihre Zielgruppen bewegen? Darauf habe ich (noch) keine Antwort gefunden …
Christoph Meier, scil-blog, 15. Februar 2020

Bildquelle: Association for Talent Development (ATD)

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