Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

2019 Global Human Capital Trends

Die Experten von Deloitte haben wieder ihren jährlichen Trendbericht veröffentlicht. Dieses Mal unter dem wohlklingenden Titel „Leading the social enterprise“: „A social enterprise is an organization whose mission combines revenue growth and profit-making with the need to respect and support its environment and stakeholder network.“ Der Titel ist wie immer ein kleines Kunstwerk: unscharf, ambitioniert und idealistisch. Aber das nur fürs Protokoll. Es folgen 10 Trends, die aus über 10.000 Rückmeldungen von Teilnehmern aus 119 Ländern gefiltert wurden. 

Die Trends wurden dieses Jahr in drei Kategorien geordnet: „Future of the workforce“, „future of the organization“ und „future of HR“. Dort findet sich auch das Kapitel, „Learning in the flow of life“, das ich mir näher angeschaut habe. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass Lernen alle zwei Jahre bei den Befragungen bzw. in dem, was der Trendbericht aus ihnen macht, eine herausragende Rolle spielt. In diesem Jahr war es offensichtlich wieder so weit: „Our top-rated trend for 2019 is the need to improve learning and development (L&D). Eighty-six percent of respondents to our global survey rated this issue important or very important, with only 10 percent of respondents feeling “very ready” to address it.“

Das Kleingedruckte dieses Kapitels ist dann etwas weniger spektakulär und differenziert, als es einzelne Artikel von Josh Bersin sind, der ja die Bildungs-Themen bei Deloitte „füttert“. Wir finden den bekannten Veränderungensdruck auf Jobs und Tätigkeiten und die damit verbundenen Anforderungen an ein kontiniuerliches „reskilling“ und „upskilling“. Dann die Integration von Arbeiten und Lernen, die im Trendbericht sogar mit einem neuen Kunstwort hervorgehoben wird („… perhaps combining development and work into “devwork”). Und schließlich entdecken die Autoren das lebenslange Lernen, „learning into the flow of life“. Es ist übrigens die einzige Stelle, an der ein Bogen zu einer konkreten Lerntechnologie, den „learning experience platforms (LXPs)“, gespannt wird. 

Es gibt schließlich noch drei kurze Empfehlungen. Zwei lenken die  Aufmerksamkeit noch einmal auf das arbeitsintegrierte und personalisierte Lernen. Und eine schließlich holt auch die Teams ins Boot: „Integrate learning with the work of teams as well as individuals.“ Eine interessante, kurze Wendung. Ich bin gespannt, ob hier in nächster Zeit noch weitere Empfehlungen, Ideen und Beispiele folgen.

Wie immer, das noch zum Abschluss, ist der Report in verschiedenen Formaten und Medien aufbereitet: vom gesamten Bericht (112 S.), über einzelne Kapitel bis zu kurzen animierten Summaries.
Deloitte, April 2019 

 

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