Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Mein Wochenausklang: Lernen mit Work Hacks

Vor einigen Tagen war ich auf einer Konferenz in Frankfurt, der „digital excellence“. Eine schöne Location, interessante und kompetente Expert*innen, viele Stichworte, die ich nicht immer auf dem Radar habe, wenn es um Digitalisierung geht. Und trotzdem hatte ich alle Themen schon mal gehört, so dass die großen „Aha“-Erlebnisse ausgeblieben sind. Mit einer Ausnahme.

Die Firma sipgate („Business-Telefonie in der Cloud“) hatte an exponierten Stellen der Konferenz ein Buch ausgelegt, das man im Vorbeigehen mitnehmen konnte. Der Titel: „24 Work Hacks … auf die wir gerne früher gekommen wären“. Ein schöner Titel, ein schönes Buch, also eingesteckt und geblättert. Die Work Hacks werden auf jeweils einer Doppelseite vorgestellt. Mit tollen Fotos aus dem Arbeitsalltag von sipgate und kurzen Texten, die die Work Hacks und ihre praktische Umsetzung vorstellen. Nur am Rande: Ich kannte sipgate vor der Konferenz noch nicht, war jetzt kurz auf ihrer Webseite und habe dort gesehen, dass sie 2004 gegründet wurden und heute mit über 150 Mitarbeiter*innen im Düsseldorfer Hafen angesiedelt sind.    

Der rote Faden dieser Work Hacks ist auch schnell klar: „2010 haben wir angefangen, agil nach Scrum zu arbeiten. Wenig später haben wir Lean für uns entdeckt. … Dieses Buch zeigt, was wir dabei gelernt haben und was wir für wichtiger als den Kickertisch halten. Lasst euch nicht vom Augenfälligen ablenken: Der Kicker ist Beiwerk. Achtet auf die darunter liegenden Werte. Vertrauen, Eigenverantwortung und Respekt entscheiden das Spiel.“

 

 

Die Work Hacks des Buches sind bunt, reichen von „Alles vollkleben“ bis „Pairing“, von „Demo“ bis „Peer Recruiting“. Eigentlich, und deshalb sind diese Work Hacks so faszinierend, decken sie alle das Thema „selbstorganisiertes Lernen in Teams“ ab! (und kommen, by the way, ganz ohne die Stichworte „online“ oder „Online-Lernen“ aus!) Open Fridays zum Beispiel (Nr. 01) sind alle zwei Wochen stattfindende BarCamps. Viele Formate – Stand-Ups (04), Demo (09), Retrospektiven (10, und die EINE  Sache, die man den Autor*innen zufolge in jedem Fall aus diesem Buch mitnehmen sollte!), Communities (15), Offenes Haus (23) – dienen unmittelbar dem Erfahrungsaustausch. Eine Fundgrube für jede Personalentwicklung, die überlegt, wie sie sich dem Thema „agile Werte- und Kompetenzentwicklung“ nähern kann!

Natürlich gibt es auch den Work Hack Nr. 18, „Kein Fortbildungsbudget“, der sich direkt der Weiterbildung widmet. Das Foto zeigt überraschenderweise eine riesige Bücherwand und wir erfahren: „2015 haben wir 12.000 Euro für Bücher ausgegeben …“. Aber dann lese ich: „Die Weiterbildungen sucht sich jeder selbst aus. … Eine Bedingung für Fortbildungen gibt es übrigens doch: Man muss das neu gewonnene Wissen weitergeben.“

Wie gesagt, alle 24 Work Hacks haben aus meiner Sicht mit Lernen zu tun. Workplace Learning, vernetztes Lernen, agiles Lernen. Das Buch kann man käuflich über die Webseite von sipgate erwerben. Dort gibt es auch einen kleinen Teaser. Und den Hinweis auf eine aktuelle Version des Buches: „18 Work Hacks … für leane und agile Personalarbeit“  

Bildquelle: sipgate, https://www.sipgate.de

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