Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Digitale Kompetenzen von Personalentwicklern

Das Institut für Wirtschaftspädagogik an der Universität St. Gallen und die Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP) haben diese Studie entwickelt. Ihr Ziel ist es, die „neuen [digitalen] Kompetenzen näher zu untersuchen, eine Standortbestimmung vorzunehmen und Handlungsempfehlungen für Personalentwickler abzuleiten, damit diese sich für die digitale Transformation fit machen können.“

Wer sich hier eine kurze Aufzählung digitaler Kompetenzen erhofft, an der sich Personaler orientieren und zügig abarbeiten können, wird enttäuscht werden. Die Studie, eine Auswertung von Experteninterviews und einer Online-Umfrage, liefert vielmehr ein Paket von Aussagen und Ergebnissen, die sich aus verschiedenen Perspektiven dem Thema „digitale Kompetenzen“ nähern. Darunter fallen auch der digitale Reifegrad in Unternehmen, die Einstellungen der Personaler sowie ihr Umgang mit den Auswirkungen der Digitalisierung.

Hier die Zusammenfassung der AutorInnen: „Im Hinblick auf die Digitalisierung in der Personalentwicklung zeigt sich heute folgendes Bild: Die Grundhaltung dazu ist positiv. Leitungsfunktionen sowie höheres Alter und mehr Berufserfahrung korrelieren positiv mit der Einschätzung der Bedeutung von Digitalisierung. Der Fokus der Personalentwickler liegt derzeit eher auf Kulturveränderung und Step-Aside Strategien. Klar formulierte Visionen sowie inhaltliche Ziele für die Entwicklung von Kompetenzen im Hinblick auf die digitale Transformation fehlen dagegen.“

Die entsprechenden Zahlen und sieben Handlungsempfehlungen gibt es – verteilt über zehn kurze Kapitel und 31 Seiten – in der Studie.

Die Studie, so heißt es im Vorwort, soll im jährlichen Rhythmus wiederholt werden. Vielleicht kann man hier noch einen Wunsch und eine Anmerkung loswerden: Zum einen würden kurze Fallbeschreibungen von Personalbereichen, die sich bereits aktiv mit der Digitalisierung auseinandersetzen, helfen, die Zahlen und Selbsteinschätzungen etwas greifbarer zu machen. Die Anmerkung: Das Modell der Augmentationsstrategien bildet eine interessierte und differenzierte Vorlage für die Beschreibung unterschiedlicher Handlungsoptionen von Personalern. Als Grundlage einer Onlineumfrage wirkt es sehr ambitioniert.
Sabine Seufert, Josef Guggemos, Christoph Meier und Kai H. Helfritz, Institut für Wirtschaftspädagogik/ scil an der Universität St. Gallen und Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP), Oktober 2018

Nachtrag (08.11.2018): Interview mit Kai Helfritz (DGFP) und Sabine Seufert (Universität St. Gallen) zur Studie: „Von positiver Grundhaltung zu digitalen Kompetenzen“ (Haufe.de, 08.11.2018)

Bildquelle: rawpixel (Unsplash)

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