Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

E-learning: Why employees expect a Netflix experience

Das Bild ist irgendwie schief oder zumindest unvollständig: Denn die „Netflix experience“, die der Skillsoft-Autor hier beschreibt, dreht sich ganz um den Konsum von Inhalten und um die benutzerfreundliche, personalisierte Suche nach solchen. So wie man halt heute Fernsehserien oder Filme konsumiert. Was diesem Weckruf fehlt, sind die Elemente, die Lernprozesse, vor allem informelle Lernprozesse, auszeichnen: Probleme lösen, Hilfe bekommen, zusammen an etwas arbeiten, Erfahrungen reflektieren, aus Fehlern lernen. Und so weiter. Was nicht bedeutet, dass sich Lernplattformen nichts von Netflix abschauen dürfen.
Steve Wainwright, Personnel Today, 13. Mai 2018

Bildquelle: Charles Deluvio (Unsplash)

2 Responses to “E-learning: Why employees expect a Netflix experience”

  1. Jürgen Wollenschneider

    Hallo Herr Robes,
    Sie haben sicherlich Recht, dass der Artikel von Steve ein eher unvollständiges Bild (s)einer Lernlösung wiedergibt. Ich denke, dass der Skillsoft Geschäftsführer mit der „Netfllix experience“ 2 Dinge zum Ausdruck bringen will:
    1. Lernlösungen sollten intuitiver und so aufgebaut sein, wie es viele Anwender von Social Media-Plattformen her kennen
    2. Die Didaktik des „häppchenweisen“ Lernens in Form kompakter Micro Learning-Videokurse liegt bei Lernern voll im Trend.
    Warum? – Vielfach beklagen Schulungsteilnehmer in Unternehmen, dass Weiterbildungsinhalte zu wenig praxisorientiert und für das eigene Umfeld eher geringe Relevanz haben. Micro Learning Videos stellen häufig Situationen aus dem Berufsalltag nach, in denen sich der Lerner wiederfindet. Das erzeugt eine höhere Aufmerksamkeit und Lernmotivation und verbessert nicht zuletzt den Lernerfolg.
    Zudem lassen sich diese „Lernhäppchen“ viel besser in den Arbeitsalltag einbauen und können völlig zeit- und ortsunabhängig über jedes mobile Endgerät „eingenommen“ werden.
    in rein passives Konsumieren, wie Sie es kritisieren, findet nicht statt. Am Ende jeder Lerneinheit beantwortet der Kursteilnehmer eine Reihe von Fragen zum gezeigten Inhalt, um die Einheit zu bestehen.
    Darüber hinaus fördern moderne Lernplattformen durchaus die Zusammenarbeit und den Austausch unter Mitarbeitern sowie ein wesentlich regelmäßigeres Feedback seitens der Vorgesetzten als nur einmal pro Jahr im Rahmen des Mitarbeitergesprächs.
    In Zukunft werden die Systeme mithilfe von künstlicher Intelligenz Aufgaben eines Tutors oder Lern-Coaches übernehmen und Mitarbeitern gezielte Lerninhalte vorschlagen, die für die persönliche Weiterentwicklung und Karriere förderlich sind.
    Man mag darüber streiten, ob technologische Funktionalität einen „menschlichen“ Trainer und dessen Erfahrung jemals ersetzen kann. Aus meiner Sicht ist dies jedoch weder der Anspruch von Anbietern wie Skillsoft noch oberste Priorität von Unternehmen. Idealerweise verfolgen viele HR-Verantwortliche eine Blended Learning-Strategie.

    Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg!
    Jürgen Wollenschneider
    GlobalCom PR Network

    Antworten
  2. Jochen Robes

    Danke für Ihre Erläuterungen, Herr Wollenschneider. Und Sie dürfen ruhig explizit erwähnen, dass Skillsoft ein Kunde Ihrer PR-Agentur ist 😉
    Viele Grüße, JR

    Antworten

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