Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Monitor Digitale Bildung. Die Weiterbildung im digitalen Zeitalter

Letzte Woche der „Trendmonitor Weiterbildung“, diese Woche der „Monitor Digitale Bildung“. Die Studien geben sich gerade die Klinke in die Hand. Sei’s drum, die vorliegende Arbeit bildet die vierte und letzte Ausgabe des Monitors Digitale Bildung. Nach Ausbildung, Hochschulen und Schulen war jetzt die Weiterbildung an der Reihe. Herausgegeben wurde die Studie von der Bertelsmann Stiftung, durchgeführt vom mmb Institut. Ihre Grundlage bildet eine repräsentative 360°-Befragung, bei der Lernende, Lehrende und Entscheider zu Wort kamen.

Keine Studie ohne „Kernergebnisse“. Mit Blick auf die einzelnen Perspektiven und Kapitel halten die Autor*innen fest:

„1. Lernende: Digitale Weiterbildung geschieht vor allem informell und online zu Hause.“
„2. Angebote und Methoden: Google & Co. laufen traditionellen Anbietern den Rang ab.“
„3. Teilhabe: Sozial Benachteiligte profitieren bisher nicht von digitaler Weiterbildung.“
„4. Lehrende: Dozenten setzen digitale Lernmedien häufig ein, lassen aber noch viel didaktisches Potenzial ungenutzt.“
„5.  Weiterbildungsmarkt: Private Weiterbildungsanbieter sind öffentlich geförderten Anbietern beim digitalen Lernen oft voraus.“

Weitere Ergebnisse, Anmerkungen und interessante Details finden sich in den einzelnen Kapiteln. Zum Beispiel zur Frage, wie man es sich heute erklären kann, dass immerhin 54 Prozent der Befragten angeben, sich nicht entsinnen zu können, in den vergangenen zwölf Monaten „digital“ gelernt zu haben. Und zwar im weitesten Sinne, inklusive YouTube. Dann die Feststellung, dass nur 1 Prozent der Befragten kostenlose Online-Kurse (MOOCs) genutzt haben (okay, das ist jetzt vielleicht nicht so überraschend). Oder der Punkt, dass sich Lernende zwar an die Zugangswege zu Lernangeboten erinnern, zum Beispiel YouTube, nicht aber daran, von wem eigentlich ein Erklärvideo stammt. Offene Lernmaterialien (OER), das zeigen die Ergebnisse, spielen für Lehrende in der Weiterbildung eine, vorsichtig ausgedrückt, untergeordnete Rolle.

Ulrich Schmid (mmb Institut) hat inzwischen bereits eine kurze Lesehilfe zum Monitor veröffentlicht („Digital First in der Weiterbildung?“). Und über die mit dem Titelbild verbundene Botschaft denke ich noch nach …
Ulrich Schmid, Lutz Goertz und Julia Behrens, Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), Februar 2018

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