Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Instructional Designer an deutschen Hochschulen?

Als sich die Beteiligten des Hochschulforums Digitalisierung am 1. Dezember 2016 in Berlin trafen, um über die nächsten Schritte und Aufgaben zu diskutieren, war immer wieder vom Instructional Designer die Rede. Er/ Sie soll, so eine Lesart, den Lehrkräften mit Kompetenzen und Knowhow an die Seite springen, damit die neue Lehre auch im Tagesgeschäft ankommt. Diesen Ball hat Lavinia Ionica, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für multimediales Lehren und Lernen an der Uni-Halle, aufgenommen und einmal zusammengetragen, was man über das Profil und das Aufgabenspektrum des Instructional Designers an Hochschulen weiß. Leider nichts Genaues, oder in ihren Worten: „Zusammenfassend ist also festzustellen, dass sich die Tätigkeit eines Instructional Designers in Deutschland offenbar erst jetzt zu profilieren beginnt.“

Was etwas überrascht, ist der ausschließliche Blick auf die Hochschulen. Denn die Problemstellung finden wir auch in der beruflichen Weiterbildung, in Akademien, kurz: in allen Institutionen, die sich mit Bildung und Weiterbildung beschäftigen. Dort beginnt man allerdings vom Begriff schon wieder abzurücken, weil man mit „Instruktion“ nicht die Zukunft des Lehrens und Lernens verbindet.
Lavinia Ionica, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 17. Januar 2017

Nachtrag (24.04.2017): „Companies should attract more Instructional Designers for training“ (Inge Ignatia de Waard, 21.04.2017)

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2 Responses to “Instructional Designer an deutschen Hochschulen?”

  1. Christian Czaputa

    Aufschlussreich in diesem Zusammenhang fand ich stets die „Instructional Designer Standards: Competencies & Performance Statements“ des ibstpi, vgl. http://ibstpi.org/instructional-design-competencies/, mittlerweile in der Version von 2012. Interessanterweise hat sich das Berufsprofil des Instructional Designer / Learning Designer / Learning Experience Designer bei uns kaum als eigenständige Profession entwickelt. Neben Quereinsteigern mit unterschiedlichen (häufig auch geisteswissenschaflichen) Hintergründen bedienen das Feld meiner Erfahrung nach meist Pädagogen, Psychologen oder Informatiker mit entsprechender Schwerpunktsetzung im Bereich des Technology Enhanced Learning (TEL) bzw. der Medieninformatik. Wichtiges Charakteristikum eines sich ggf. auch bei uns entwickelnden Berufsprofils des Learning Experience Designers sollte m. E. die durchgehende Verschränkung von aktueller Theorieorientierung und -entwicklung einerseits mit praktischer Konzeption, Umsetzung und Evaluation andererseits sein, Forschungsmethodisch eher orientiert an Konzepten des Design-Based-Research als an Laborstudien. Ich finde, dass die ibstpi-Standards das in diese Richtung schon ganz interessant abbilden.

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  2. Jochen Robes

    Danke für die interessanten Hinweise. Die Einschätzung teile ich und das genannte Profil werde ich mir gerne anschauen.
    Viele Grüße, JR

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