Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Fünf Übergänge zu Arbeit & Bildung 4.0

Ein programmatischer Text, der irgendwo zwischen Vision und Handlungsempfehlung zu Hause ist. Christoph Schmitt, „Bildungsnomade & Bildungsdesigner“, startet mit vier Thesen, in denen er tägliche Beobachtungen in der Bildung einmal ausformuliert: Unsere Vorstellungen von Wissensvermittlung, von Lehre, von Präsenzpflicht sowie von Curricula & Zertifikaten sind nicht mehr zeitgemäß. An ihre Stelle müssen zum Beispiel „social workgroup learning“, „mentoring“, „coaching“ und „enabling“ sowie „personal learning networks“ und „e-portfolios“ treten.

Doch, so Christoph Schmitt, das ist nur die Oberfläche, der kulturelle Wandel geht tiefer. Er betrifft fünf Übergänge:

1. From competition to compassion (Vom Wettbewerb zur Empathie)
2. From fear of failure to stories of faith (Von Versagensängsten zu Geschichten des Zutrauens)
3. From success to succeeding (Vom Erfolg zum Gelingen)
4. From meet to match (Bedingungen gemeinsam schaffen statt (sie) nur zu stellen)
5. From effects to efficacy (Vom Messbaren zum Wirksamen)

Wie gesagt, ein programmatischer Text mit Manifest-Charakter. Viel Stoff zum Nach- und Weiterdenken. Reibungspunkte und Fragezeichen inklusive, weil an vielen Stellen Kapitalismuskritik und Netzutopien Hand in Hand gehen. Es fehlt halt heute, anders als in den 1960/70er Jahren, eine politische oder soziale Bewegung, die diesen Ideen eine Heimat bieten könnte. Wer sich davon nicht aufhalten lassen will, ist eingeladen, den Wandel auf die eigene Bildungs- und Lernarbeit vor Ort herunterzubrechen.
Christoph Schmitt (in Kollaboration mit Angelica Laurençon und Anja C. Wagner), FlowCampus, 13. Juli 2016

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