Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

The Virtues of Moderation

Ein lesenswerter Artikel (68 S.!), der nichts weniger versucht, als eine Taxonomie der Moderation von Online-Communities zu entwickeln. Nun sind Online-Communities ja kein neues Phänomen, und dass über den Erfolg von Communities nicht zuletzt die Moderation entscheidet, weiß man spätestens, seitdem von Community Management die Rede ist. Trotzdem geht der Autor, Professor an der University of Maryland, über alles hinaus, was ich bisher zum Thema gelesen habe. Ich möchte an dieser Stelle exemplarisch auf drei Punkte hinweisen, die den Artikel auszeichnen:

  • Ein weites Verständnis von Moderation, das alle Features, Regeln, Normen und Aktivitäten einschließt, die das Miteinander in Communities lenken: „By “moderation,” I mean the governance mechanisms that structure participation in a community to facilitate cooperation and prevent abuse.“
  • Eine überzeugende Taxonomie, die als Grammatik verfasst ist und sich in „Techniques (Verbs)“, „Distinctions (Adverbs) und „Community Characteristics (Adjectives)“ strukturiert.
  • Eine Reihe von „Lessons“, die die theoretischen Ausführungen auf den Punkt bringen:
    „Moderation is complex.“ „Moderation is diverse.“ „Moderation is necessary.“ „Moderation is messy.“ „Moderation is both top-down and bottom-up.“ Beim letzten Punkt findet sich dann auch die schöne Feststellung: „A well-moderated community is like a wildflower garden. A good moderator can create the conditions for life, but not life itself.“

Ansonsten: Der Text ist flüssig und gut geschrieben; er ist ausführlich, aber konzentriert; er enthält vier Case Studies, darunter Wikipedia und Reddit. Und er schließt mit folgender Feststellung: „Online communities are caught between freedom and control, openness and closure, abundance and scarcity. The theory of moderation presented in this Article emphasizes that none of these oppositions is ever absolute. No community is ever perfectly open or perfectly closed; moderation always takes place some where in between.“
James Grimmelmann, The Yale Journal of Law & Technology, 42 (2015) (pdf) 

Schreibe einen Kommentar

Basic HTML is allowed. Your email address will not be published.

Subscribe to this comment feed via RSS

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.