Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Das Ende des Wissensmanagements. 10 Thesen zur Zukunft des Wissensmanagements

Auch diese neue, zehnte Studie der Wissensfabrik aus St. Gallen ist wieder sehr plakativ und pointiert. Der „Tod des Wissensmanagements“ (as we know it) steht neben seiner Wiederauferstehung. Innovation, Vernetzung, Transparenz, Big Data, Clouds, Tags und Profile prägen das neue Wissensmanagement. Das alte Wissensmanagement war vergangenheitsorientiert, wollte organisieren, dokumentieren und archivieren. Das neue Wissensmanagement nimmt die Dynamik der Netze auf, setzt auf ihre Plattformen und Dienste und liegt in den Händen der Mitarbeitenden. Und hier treffen sich dann aus Sicht der Autoren die verschiedenen Linien:

„Damit stellt sich die Frage, welche Aufgaben für das HRM übrig bleiben, wenn Personalentwicklung und Wissensmanagement wegfallen. In der vorliegenden Studie wurde behauptet, dass Innovationsmanagement, HR Big Data, Vernetzung sowie Transparenzkultur wichtiger für die Unternehmensentwicklung sind als das traditionelle Wissensmanagement. Folglich müsste sich das HR in Zukunft an diesen Themen ausrichten. Konkret geht es um den Umbau der Unternehmensarchitektur, das Design von Arbeitsplätzen, die Gestaltung der Unternehmenskultur, den Zugriff auf externes Wissen, das Design von Anreizsystemen oder die Unterstützung in der Erschliessung von digitalen Märkten.“

Zusammengefasst: Ein durchaus provokative Studie, gut geschrieben und aufbereitet. Manche Begriffe und Details sind unscharf, die politischen Schlussfolgerungen dünn, aber es ist in jedem Fall genug Stoff zum Weiterdenken.
Dr. Joël Luc Cachelin’s Wissensfabrik, 7. August 2014

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3 Responses to “Das Ende des Wissensmanagements. 10 Thesen zur Zukunft des Wissensmanagements”

  1. Peter Schütt

    Hallo Herr Robes,
    von wann ist denn diese 10. Studie aus St. Gallen? Von 2003? Dann wäre sie just-in-time. Aber 2014 ist das doch sehr alter Kaffee. Das sogenannte Wissensmanagement der 90er Jahre mit seinen hierarchischen Freigabeprozessen usw. war doch Anfang der 2000 bereits wirklich Tod.
    Dann kamen die damals neuen Möglichkeiten des Web 2.0 / Enterprise 2.0 und haben eine neue Tür geöffnet, die dann irgendwann u.a. den neuen Namen Social Business bekommen hat.

    Geht man auf den Vater des Wissensmanagements zurück – Peter Drucker – dann ging es ja sowieso nie darum Wissen zu managen (und ich bin nicht der Einzige, der glaubt, dass das sowieso nicht geht), sondern darum Wissensarbeit produktiver zu machen. Das sogenannte Wissensmanagement der 1990er war da von Anfang an kaum mehr als eine Fehlentwicklung. Das ist heute beim Social Business, man könnte es auch Wissensmanagement 2.0 nennen, zum Glück ganz anders.

    Etwas erschreckend ist, dass man das in St Gallen erst jetzt (wieder) merkt, wo doch z.B. Professor Malek, ehemals auch aus St. Gallen, so etwas auch Anfang der 2000er schon veröffentlicht hatte.

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  2. Jochen Robes

    Lieber Peter Schütt,
    ich bin inhaltlich & historisch ganz bei Ihnen, würde dem Text mit seinen einfachen und klaren Botschaften trotzdem eine gewisse Berechtigung zusprechen. Ich glaube, dass er viele Leser da abholt, wo sie heute (noch) stehen.
    Gruß, JR

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