Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

The Maker Movement. Implications of new digital gadgets, fabrication tools and spaces for creative learning and teaching

„The Maker Movement“ ist ein noch junges Phänomen und hat es erst in den letzten zwölf Monaten in den einen oder anderen Trendbericht der Bildung bzw. Weiterbildung geschafft. Um so wichtiger dieser Überblick, in dem die Autoren Begriff und Bewegung einführen, auf prominente Initiativen hinweisen wie Fablabs, Maker Faires, Makerspaces, Hackerspaces und Do-it-yourself (DIY) und diese mit jüngsten technischen Entwicklungen wie den 3D Printer verbinden. Irgendwo ist es natürlich das uralte „learning by doing“, das hier winkt. Auf der anderen Seite steht in den geschilderten Beispielen das Kreative und Experimentelle im Vordergrund, weniger das Erreichen eines definierten Lernziels. Wie heißt es so schön in der Einleitung:

„Besides its creative and technological impacts, learning by making is an important component of problem-solving and relating educational content to the real world. Besides this, digital tools for making are not expensive, for example apps for mobile devices or rents for 3D printer (compared with desktops in 1:1 settings). The Maker Movement is seen as an inspiring and creative way to deal with our world, it is aware of ecological challenges and of course, and it is able to develop technological interest and competences casually.“
Sandra Schön, Martin Ebner und Swapna Kumar, eLearning Papers, Nr. 39, 1. Juli 2014

maker_201407.jpg

3 Responses to “The Maker Movement. Implications of new digital gadgets, fabrication tools and spaces for creative learning and teaching”

  1. Simon Dückert

    Die Maker-Bewegung als „junges Phänomen“ zu bezeichnen klingt für mich irgendwie eigenartig. Schließlich wurde der Homebrew Computer Club, den man als einen der Ausgangspunkte bezeichnen kann, 1975 gegründet. Der Chaos Communications Congress findet seit 1984 jährlich statt. Die Mutter aller Hackerspaces, die c-Base in Berlin wurde 1995 gegründet und hat eine entsprechende Bewegung ausgelöst. Durch die Aktion „Hackers on a Plane“ im Rahmen des Chaos Communications Camp 2007 ist die Hackerspace/Makerspace-Bewegung dann nach USA geschwappt. Der Begriffe „junges Phänomen“ oder diese Bewegung als „Trend“ zu benennen ist wohl eher ein Anzeichen dafür, dass sich die Weiterbildungsszene bisher (und immer noch) rein auf formelle Weiterbildung konzentriert hat und für sie die 90% des informelles Lernens komplettes #Neuland ist. Eine echte Chance, wenn sie aufgegriffen wird!

    Antworten
  2. Jochen Robes

    Ja, Stichwort und Bewegung provozieren natürlich den Reflex auszurufen, dass diese Prinzipien viele Vorläufer haben. Wobei die von Dir genannten Beispiele natürlich nur einen kleinen Verbreitungskreis hatten. Ich bin auch nicht sicher, ob hier für die Weiterbildung wirklich „Neues“ zu finden ist, aber vielleicht reicht es für eine Erweiterung des Handlungsraums.
    Gruß, Jochen

    Antworten
  3. Sandra Schön

    Lieber Simon Dückert,

    genau genommen gibt es ja eine sehr lange Tradition rund um das „Making“ und wir haben ein paar dieser Bezüge aufgriffen und genannt. Dabei ist mir aufgefallen, dass in der Literatur v.a. auf US-amerikanische Vorläufer Bezug genommen wird, obwohl es diese genauso (gut) bei europäischen Reformpädagen gibt, den offenen Werkstätten, den Abenteuerspielplätzen.
    Wir haben in diesem Beitrag v.a. an der Entstehung von Fablabs/Makerspaces orientiert, die eine digitale Ausrüstung und Ausrichtung haben, und die gibt’s eben noch nicht sehr lange (3D-Drucker, Vinyl-Cutter, Laser-Cutter). Natürlich humpelt die Forschung notgedrungen auch immer Entwicklungen hinterher – aber ich habe beispielsweise nur eine Gruppe an einer Uni in Deutschland gefunden, die sich systematisch mit „Making“ (bzw. FabLabs) beschäftigt – aber natürlich gibt es viele hundert Arbeiten zu Dingen, die auch irgendwie dazu gehören. Es gibt kaum Veröffentlichungen dazu, kein systematisches Aufarbeiten für die Möglichkeiten in der Schule sowie der außerschulischen Jugendarbeit in dt. Sprache usw. Also wenn Sie ein alter Hase sind ist es für Sie sicher nichts neues und auch für Ihre Kontakte ein alter Hut, aber insgesamt ist es ein Trend – dazu auch ein Hinweis im Text zur Zukunftstudie von der OU UK (Sherpard et al.) – Danke Jochen, fürs Aufgreifen im Weblog! – lg Sandra

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Basic HTML is allowed. Your email address will not be published.

Subscribe to this comment feed via RSS

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.