Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

MOOCs 2014

Vielleicht schaffe ich es ja, in den nächsten Tagen kurz die Themen aufzugreifen, die mich auch dieses Jahr beschäftigen werden: MOOCs, eLearning, Personal Knowledge Management/ Productivity, Knowledge Management, u.a. Beginnen möchte ich mit Massive Open Online Courses, kurz MOOCs. Wo stehen wir im Moment? Ich sehe derzeit mindestens vier Perspektiven, die das Thema vorantreiben und die uns weiter beschäftigen werden:

a) die (hochschul)strategische Perspektive:
Hier haben ja Bertelsmann Stiftung/ CHE/ Jörg Dräger Ende des Jahres ihren Hut in den Ring geworfen und versucht, nicht bei MOOCs stehenzubleiben, sondern gleich die „Digitalisierung der Hochschulen“ (ich leide bei diesem Begriff immer etwas …) noch einmal auf die Agenda zu setzen. Dazu haben sie der Debatte mit der „Personalisierung“ bzw. POOCs gleich ein neues Stichwort mitgegeben. Weitere Initiativen sind für 2014 bereits angekündigt.

b) die ökonomische Perspektive:
Eingeleitet durch die Richtungsänderung von Sebastian Thrun, die im November letzten Jahres für Aufsehen sorgte (in: Fast Company). Dort hieß es, dass Udacity seine Angebote zukünftig enger am Bedarf interessierter Unternehmen orientieren wird. Dahinter steht die Frage nach dem Geschäftsmodell von MOOCs. Werden andere Plattformanbieter dem Beispiel folgen bzw. folgen müssen?

c) die kritische Perspektive:
Im Grunde genommen hierzulande verkörpert durch Rolf Schulmeister, der im Einführungsbeitrag seines aktuellen MOOC-Bandes, „MOOCs – Massive Open Online Courses. Offene Bildung oder Geschäftsmodell?“ (Waxmann, 2013), mit Blick auf die gängige MOOC-Didaktik nüchtern konstatiert: „MOOCs sind weder moderne Lehre, noch folgen sie einem aktuellen lerntheoretischen Ansatz, sie sind didaktisch antiquiert und sie sind nicht einmal gutes E-Learning“.

d) die optimistische Perspektive:
Hier muss ich den“Altmeister“, Stephen Downes, zitieren, der mit Blick auf den Start von 180 MOOCs in 2014 über die Jahre frohlockte: „Sure, MOOCs will evolve over time (as they have since 2008). But the idea of open online learning is entrenched. People will need to learn to live with that.“ Konkret: Es wird weitere, neue cMOOCs geben. Es wird neue Formen (und entsprechende Akronyme) geben. Und wir werden sehen, wie sich die MOOC-Idee innerhalb von Organisationen und Unternehmen bewährt – und verändert.

Wer sich auf das MOOC-Thema (neu) einstimmen will, hier einige Lektürevorschläge:
– Jonathan Haber: Course Review – Udacity’s Introduction to Psychology MOOC (MOOC News & Reviews, 10. Januar 2014): ein Erfahrungsbericht eines xMOOC-Lerners.
– Michelle R. Weise: MOOCs ain’t over (Christensen Institute, 7. Januar 2014): Udacity & Sebastian Thrun liegen richtig: „The great disruptive potential of online education lies in these untapped connections between education and work.“
– Julia Wilkowski: Moving Beyond MOOCs: Experiments in Non-traditional Product Education (Learning Solutions Magazine, 6. Januar 2014): Auch Google ist ja, wenn auch leiser, im MOOC-Geschäft. Hier berichtet die Veranstalterin (Google) über den 8-Wochen-Kurs „Power Searching with Google“.
– Nicole Bußmann: Management-MOOC in der Rückschau: Führung 2.0 ist mehr als Technik (managerSeminare, 23. Dezember 2013): Simon Dückert, Veranstalter des Management 2.0-MOOCs, berichtet im Interview von seinen „lessons learned“.
– Jenny Mackness: Learner support in MOOCs. An alternative perspektive (Blog, 12. Dezember 2013): Ein „großes“, strittiges Thema. Die hier vorgestellte Alternative lautet „Selbstorganisation“.

Das soll es für den Moment sein. Ich wünsche noch einen guten Start ins neue Jahr!
Jochen Robes, 13. Januar 2014

Thumbnail: Martin Ebner/ Flickr

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