Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

IW-Weiterbildungserhebung 2011

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln führt alle drei Jahre eine Befragung von Unternehmen zu deren Weiterbildungsaktivitäten durch. 2011 war es wieder so weit. Und da sich immerhin 2.254 Unternehmen an der Befragung beteiligt haben, kann ein kurzer Blick auf die Ergebnisse nicht schaden. Was gibt es zu lesen?

Zum einen Statistisches. Wir erfahren z.B., dass im Jahr 2010 83,2 Prozent der Unternehmen Weiterbildung angeboten haben, dass die Unternehmen 28,6 Mrd. Euro in Weiterbildung investiert haben (6,4 Prozent mehr als 2007) und dass dabei auf jeden Mitarbeiter Investitionen in Höhe von 1.035 Euro fielen. Es gibt viele weitere Details, aber ein Tenor lautet: Nach dem krisenbedingten Rückgang von 2008 konnte das alte Niveau wieder erreicht werden.

Zum anderen Trends. Vielleicht ist „Trend“ hier das falsche Wort, aber die letzten Jahre haben wieder gezeigt, „dass das Engagement in Weiterbildung auch von der konjunkturellen Entwicklung abhängt“, und zwar nicht nur im Promillebereich, sondern mit unmittelbaren und signifikanten Einbrüchen. Dann findet offensichtlich ein immer größerer Anteil der Weiterbildung in der Freizeit statt, was sich auch in der Überschrift dieses Reports widerspiegelt: „Gestiegenes Weiterbildungsvolumen bei konstanten Kosten“.

Zum letzten Begriffliches. Wenn man sich anschaut, welche Formen der Weiterbildung in solchen Reports erfasst werden, dann weiß man auch, welche Bildungsaktivitäten und -konzepte in den Unternehmen „angekommen“ sind. Angekommen ist z.B. die Unterscheidung von formeller und informeller Weiterbildung. Wobei das Spektrum der informellen Weiterbildung wiederum sehr formell daherkommt: Informationsveranstaltungen, Lernen im Prozess der Arbeit (durch externe Trainer), selbst gesteuertes Lernen mit Medien, d.h. zum Beispiel das Bearbeiten von Lernprogrammen am Computer.

Es braucht wohl noch Jahre, bis die Wissensgesellschaft, der Wissensarbeiter sowie das informelle Lernen in Netzwerken und Communities Thema einer Weiterbildungserhebung werden.
Susanne Seyda und Dirk Werner, Institut der deutschen Wirtschaft Köln, März 2012

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