Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Social Learning Analytics

Ich wage einmal einen Versuch: Hinter dem Thema steckt viel mehr, als es der trockene Titel vermuten lässt! Wenn wir uns Social Learning anschauen, also das netzbasierte Lernen, das sich nicht in der stillen Auseinandersetzung mit einem Thema, sondern in Diskussionen, Konversationen, Kommentaren und vielen weiteren Netzwerkbeziehungen vollzieht, so stehen den Beteiligten damit eine Fülle von Informationen zur Verfügung. Das ist prinzipiell nichts Neues: Business Intelligence und Web Analytics sind schon lange dabei, entsprechende Informationen für verschiedene Interessengruppen aufzubereiten. Jetzt entdecken Bildungsexperten das Feld (siehe z.B. den Horizon Report 2011).

Diese Studie ist die erste (mir bekannte), die systematisch beschreibt, was hinter Social Learning Analytics alles stecken könnte. Das Herzstück bildet eine „taxonomy of social learning analytics“: „1. social learning network analysis, 2. social learning discourse analysis, 3. social learning content analysis, 4. social learning dispositions analysis, 5. social learning context analysis.“

Dabei haben die Autoren nicht nur eine umfassende Sammlung von Quellen und Tools zusammengetragen. Denn wenn man z.B. an „content analysis“ denkt, ist ja vieles nicht neu, aber gewinnt durch neue automatisierte Auswertungsverfahren und die Verbindung zu den anderen Elementen von „social learning“ eine neue Bedeutung.

Die Autoren weisen auch darauf hin, dass sich hier bekannte Fragen wiederholen, nämlich: „Wer verwendet hier Daten über wen und zu welchem Zweck?“ Oder, wie es im Report heißt: „It would indeed be ironic if the ways in which Social Learning Analytics tools were deployed did not honour and promote the open, critical dynamics that underpin much of the participatory, social web philosophy — dynamics which such tools seek to make visible.“ (S. 21) Eine anspruchsvolle, aber interessante Lektüre!
Simon Buckingham Shum und Rebecca Ferguson, Technical Report KMI-11-01, Knowledge Media Institute/ The Open University, Juni 2011 (pdf)

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