Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

The Web Shatters Focus, Rewires Brains

Eine Fülle von Studien zitiert Nicholas Carr („Does IT Matter?“, „Is Google Making Us Stupid?“), um noch einmal auszurufen: Das Internet verändert unser Gehirn und unser Denken – und das nicht zum Guten! Denn das Internet fördert kursorisches Lesen und erschwert tieferes Verstehen. Hypertext und Link sind die Wurzel allen Übels. Das Internet, so Carr, ist ein „interruption system“, von dem wir längst abhängig geworden sind, so dass „we willingly accept the loss of concentration and focus, the fragmentation of our attention, and the thinning of our thoughts …“

Der Artikel, das sei hier festgehalten, ist ein Lesevergnügen! Auch wenn das Vergnügen mit einer düsteren Warnung endet: „The problem is that skimming is becoming our dominant mode of thought. Once a means to an end, a way to identify information for further study, it’s becoming an end in itself-our preferred method of both learning and analysis. Dazzled by the Net’s treasures, we are blind to the damage we may be doing to our intellectual lives and even our culture.“ 

Ich habe meine Schwierigkeiten mit dieser Art der Argumentation. Da ist zum einen die Nähe zu kulturpessimistischen Warnungen vor den Folgen neuer Technologien und eines veränderten Medienkonsums. Aber auch, wenn ich das einmal stehen lasse und wenn ich akzeptiere, dass so viele Studien sich nicht irren können und sich unser Denken wirklich verändert und so aus tiefer Reflektion schrittweise oberflächliches Skimmen wird, ist doch offen, was das für unsere Entwicklung, persönlich wie gesellschaftlich, bedeutet. Hinzu kommt, dass das Internet nicht nur Informationsmedium ist, sondern auch sozialer Ort der Kommunikation und Zusammenarbeit. Und auch als solcher verändert er uns. Dieser Seite widmet Carr aber nur wenige Zeilen.
Nicholas Carr, Wired Magazine, Juni 2010, 24. Mai 2010

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