Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Information 2015. Reforming the paradigm

Accenture und Z_punkt haben die Informationslandschaft vermessen. In einer Reihe von interessanten Schaubildern und Szenarien wird beschrieben, welche sozialen, wirtschaftlichen und technischen Entwicklungen das Informationsmanagement morgen bestimmen werden. Natürlich auf hohem Abstraktionsniveau. Aber vor der Kunst, komplexe Zusammenhänge in einer Grafik oder einem Modell abzubilden, ziehe ich immer wieder gerne den Hut.

So stellen die Autoren im Kapitel „New information realities“ z.B. verschiedene Drivers („Complexity“, „Openness“, „Real Time“), Challenges („Relevance“, „Context“, „Quality“) und Solutions („Analytics“, „Semantics“, „Bionics“) in eine Reihe. „The new productivity landscape“ besteht aus dem Dreieck Workplace – Information – Collaboration. Und die „information scenarios 2015“, vielleicht das Herzstück der Studie, lauten:
– Real-time reality mining
– Augmented social workspace
– Personal decision engine
– Experts as a service

Es gibt allerdings auch in dieser Studie eine Bruchstelle: Wenn hier von Informationsmanagement gesprochen wird, dann aus der Perspektive der Organisation bzw. des Unternehmens. Zwar schreiben die Autoren ihrer Klientel ins Stammbuch, dass die Netzwerke von morgen nicht an der eigenen Firewall halt machen. Aber was ist mit den Mitarbeitern von morgen? Hier heißt es z.B.: „Knowledge workers in 2015 will use a personalized info hub that is permanently self-adapting to their actual tasks.“ (S. 21) Wie „bewegt“ sich dieser Knowledge Worker in der beschriebenen Informationslandschaft? Ist er klassischer Angestellter mit einem „personalized info hub“ (s.o.) im Rahmen dessen, was sein Unternehmen erlaubt? Taucht er nach Feierabend in seinen privaten „info hub“ ein? Wie sieht die Sicht eines Knowledge Workers in der „project-based economy“ aus, der – möglicherweise als Consultant oder Freelancer – mit verschiedenen Auftraggebern in verschiedenen Projekten agiert? Ich habe spätestens an dieser Stelle meine Zweifel, ob wir uns schon 2015 in solchen Szenarien bewegen: „intelligent interfaces and various devices make up a holistic environment functioning as a window to colleagues“. (S.19)
Accenture/ Z_punkt, 2010

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