Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Wikipedia soziologisch betrachtet

Gerade hat das Wall Street Journal berichtet, dass Wikipedia die Autoren davon laufen („Volunteers Log Off as Wikipedia Ages“). Vor allem für Neueinsteiger scheint es immer schwieriger zu werden, sich mit den komplizierten Spielregeln der Wikipedianer anzufreunden. Christian Stegbauer hat gerade ein Buch über Wikipedia („Wikipedia: Das Rätsel der Kooperation“, 2009) geschrieben und versucht sich hier an einigen Erklärungen.

„Klar ist aber auch, dass es Probleme der Steuerung gibt, schließlich gibt es keine Vorbilder an denen man sich hätte orientieren können. Es ist aber auch eine Frage, wie man Steuerung überhaupt organisiert, wenn doch prinzipiell alle gleich sein sollten. Eine offizielle und klar entwickelte Hierarchie ist aber unter anderem aufgrund der Geschichte weitgehend tabuisiert. Hierdurch entstehen Unklarheiten darüber, wie die Steuerung funktioniert und woher diese ihre Legitimation nimmt. Ähnlich wie die momentane Auseinandersetzung über Relevanzkriterien würde die Etablierung einer explizierten Führung zu starken Auseinandersetzungen führen, die sicherlich auch zu Abspaltungen führen könnte. Wahrscheinlich wird dies aber notwendig sein – wobei die Kernfrage ist, wie diese demokratisch legitimiert wird.“
Interview mit Christian Stegbauer, Telepolis, 26. November 2009

Nachtrag (6.12.2009): Manfred Dworschak: Lustverlust in der Lexikon-Maschine, in: Spiegel Online, 1. Dezember 2009
„Die deutsche Wikipedia hat bald eine Million Artikel – und ein Problem. Wie führt man eine Gemeinschaft von dieser Größe? Das Wachstum des populären Lexikons stößt an seine Grenzen: Endlosdebatten und Regelungswut frustrieren Neulinge, zwei Lager kämpfen um die künftige Strategie.“

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