Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Die E-Learning-Wirtschaft trotzt der Krise

Das MMB – Institut für Medien- und Kompetenzforschung hat das „E-Learning Wirtschaftsranking 2009“ veröffentlicht. Da ich die letztjährige Ausgabe mit der Frage „Wem hilft dieses Ranking eigentlich?“ kommentiert hatte, will ich auch die Neuauflage nicht einfach vorüber streichen lassen. Vorneweg: Es ist sicher keine leichte Aufgabe, sich einerseits der Branche verpflichtet zu fühlen und andererseits in diesen Zeiten ein Wirtschaftsranking zu erstellen. Denn an schlechten Nachrichten mangelte es ja zuletzt nicht: M.I.T. newmedia in Insolvenz (trotz eines Umsatzwachstums 2008 von über 1 Mill. Euro!?), Nitor jetzt unter dem Dach von VIWIS, WEBACAD mit letzter Pressemitteilung aus dem Mai 2009 und Bertelsmann, das schon nach zwei Jahren das Vertrauen in sein Lernportal scoyo verloren hat.

Auf der anderen Seite steht jetzt das „E-Learning Wirtschaftsranking 2009“. Es berichtet einen Umsatzzuwachs der Branche für 2008 von 17 Prozent sowie ein Plus von 19 Prozent gegenüber 2007, was die Zahl der beschäftigten Mitarbeiter betrifft. Dabei wird auch in der zweiten Auflage nur ein kleiner Ausschnitt des E-Learning-Marktes abgebildet: Viele alteingesessene Unternehmen, die um das schnelle Auf und Ab des E-Learning-Marktes wissen, tun sich mit der Beteiligung an einem jährlichen Wirtschaftsranking schwer. Hinzu kommt der Umstand, dass man die E-Learning-Aktivitäten der Verlage, der Universitäten, der großen Bildungsorganisationen, ja, der Unternehmen selbst nicht erfasst, vielleicht nicht erfassen kann. Aber das hatte ich letztes Jahr bereits angemerkt.
MMB – Institut für Medien- und Kompetenzforschung, MMB-Branchenmonitor II/2009, 6. November 2009 (pdf)

6 Responses to “Die E-Learning-Wirtschaft trotzt der Krise”

  1. Dr. Lutz Goertz, MMB

    Lieber Jochen,

    wie immer herzlichen Dank für Deine kritische Begleitung unseres E-Learning-Wirtschaftsrankings.

    Einen Einwand möchten wir nicht unkommentiert lassen:
    Es sind keineswegs „viele alteingesessene Unternehmen“, die sich in diesem Jahr nicht am Wirtschaftsranking beteiligt haben. Welche Firmen schweben Dir da eigentlich vor?

    Wir wissen im Übrigen von einigen internationalen Unternehmen, dass sie nicht am Ranking teilgenommen haben, weil sie aus Gründen der Börsenaufsicht keine Umsätze in Deutschland gesondert ausweisen dürfen. Inhaltliche Gründe für die Nicht-Teilnahme hören wir nur extrem selten.

    Wir stimmen Dir zu, dass unsere Erhebung nur einen Teil des E-Learning-Enbietermarkts erfasst. Wir sprechen hier von der Kernbranche, den E-Learning-Dienstleistern mit immerhin 2.600 festangestellt Beschäftigten.

    Die Lehrmittel-Verlage sehen sich im Übrigen eher als eigene Branche, dasselbe gilt für die Anbieter von Fernlehrgängen. Leider ist es uns nicht gelungen, die Verbände dieser Branchen für eine branchenspezifische Erhebung zu gewinnen, aus denen man die E-Learning-Umsätze hätte herausrechnen können. Und die meisten Hochschulen generieren ja selbst keinen E-Learning-Umsatz.

    Und dasselbe gilt für die Unternehmen, die für den internen Gebrauch E-Learning erstellen. So wichtig dieser graue Markt auch ist – zum Feld der E-Learning-Dienstleister, den unser Ranking erhebt, gehört er sicher nicht.

    Mit besten Grüßen
    Lutz Goertz und das MMB-Ranking-Team

    Antworten
  2. Jochen Robes

    Lieber Lutz,

    danke für Deine Rückmeldung – und die Herausforderung, mich den „alteingesessenen Unternehmen“ zu stellen, an die ich gedacht habe. Also, da sind: viwis, time4you, HQ, datango, birgin, digital spirit, schenck.de, copendia, webacad, oncampus … Wobei ich gerne zugebe, dass „viele wichtige Unternehmen“ der E-Learning-Branche dabei sind. Und die anderen Einschränkungen hast Du ja dankenswerter Weise selbst kommentiert.

    Herzliche Grüße, Jochen

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