Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Die Besserwisser

Zum Beginn ein Zitat: „Niemand fordert heute, zu Beginn der Wissensgesellschaft, mehr Intellekt – gefordert wird mehr Bildung, und das meist im Sinne von Ausbildung, also Spezialistentum. Nun ist Bildung sicher eine Voraussetzung für Nachdenken, aber auch nicht mehr: Sie ist der Werkzeugkasten, aus dem man sich bedient, wenn man etwas Neues schafft. Die totale Überhöhung von Bildung – und eben nicht von Nachdenken – weist darauf hin, dass niemand Lust hat, sich mit selbstständigen Denkern auseinanderzusetzen. Verräterisch ist in diesem Zusammenhang das Wort Kopfarbeiter. Was man wirklich will, sind jede Menge Spezialisten, Akademiker, wenn möglich, die ihren Intellekt nicht nutzen, um selbstständig zu denken. Sie sollen in der Tradition des Fabrikarbeiters tun, was man ihnen sagt – und nicht stören, schon gar nicht unternehmerisch.“

„Denken“ ist der Schwerpunkt des aktuellen brand eins. In diesem Anheizer geht Wolf Lotter – viel assoziativer als es meine Zusammenfassung vermitteln kann  – auf die Konflikte zwischen Denkbürokraten und Denkunternehmern ein, er beschreibt den Unterschied zwischen Denken und Nachdenken und sorgt sich um Besserwisser und Querdenker. Am Ende, und mit Hilfe von Bernhard von Mutius, beschreibt er einen Typus Intellektuellen, der auch gut zum Web 2.0 passen würde (ohne dass der Begriff fällt!), der kooperiert und Beziehungen herstellt: „Und vor allen Dingen teilt er sein Wissen, weil er weiß, dass es nur so den Mehrwert schafft, den wir alle brauchen.“
Wolf Lotter, brand eins, 11/2009 

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