Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Selbstorganisiertes Lernen im Prozess der Arbeit

Die Integration von Lernen und Arbeiten ist ja so etwas wie der Heilige Gral der Arbeits- und Bildungsexperten. Wie diese Integration aussehen kann, hängt z.B. ganz wesentlich von der Zielgruppe ab, um die es geht. Das in diesem Artikel vorgestellte „Navigationssystem für selbstständig lernende Mitarbeiter“ nimmt die Teilnehmer ganz vorsichtig an die Hand und entlässt sie schrittweise in die Freiheit des eigenen Lernens. Die einzelnen Bausteine des „Navigationssystems“ heißen entsprechend:
1. „Mein Arbeitsplatz, meine Gruppe, mein Produkt“
2. Miteinander reden – Selbst- und Fremdeinschätzung
3. Lerngelegenheiten wahrnehmen
4. Betriebliche Wissensquellen kennen und nutzen
5. Input nutzen – Beurteilung von Lernangeboten
6. Bilanzierung der eigenen Lernprozesse

Wenn das System greifen soll, müssen bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt sein. Der Autor erwähnt die Rolle der Führungskraft, die Einbindung des Lernens in eine Unternehmens- und Weiterbildungsstrategie sowie die Bereitstellung notwendiger materieller und personeller Ressourcen. Motivation, Akzeptanz und Selbstlernkompetenzen sind, wen wundert’s, kritische Erfolgsfaktoren. Social Software – und dieser Absatz überrascht an dieser Stelle etwas – werden als „vielversprechende Instrumente“ bezeichnet. Kurz zusammengefasst: Der Artikel beschreibt einen interessanten und strukturierten Ansatz des arbeitsplatznahen Lernens, der in einem bestimmten Kontext (hier: Betrieb) passen mag. Andere Zielgruppen werden sich möglicherweise in Konzepten des persönlichen Wissensmanagements oder eines e-Portfolios eher wiederfinden.
Dieter Stößl, Personalführung, 12/2008

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