Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Lurker Vs. Bad Student

Woran kann man eigentlich festmachen, ob ein offenes Online-Projekt wie der Kurs „Connectivism & Connective Knowledge“ (CCK08) ein Erfolg ist? Aufmerksame Beobachter berichten von abnehmender Beteiligung in Moodle-Foren, Blogs und Live-Sessions. Nun, am einfachsten wäre es natürlich, wenn sich die Organisatoren zu Beginn klare Ziele gesetzt hätten, an denen man sie messen könnte. Doch für George Siemens und Stephen Downes ist ja bereits die Tatsache, dass CCK08 in dieser Form stattfindet, der größte Erfolg. Dann sind 24 Lerner eingeschrieben und dürfen auf ein Zertifikat hoffen. Und spätestens dann wird es schwierig: Denn der Kurs ist nichts anderes als ein Angebot, das Teilnehmer annehmen und dann für sich bestimmen können, was es ihnen gebracht hat. Selbst, wenn alle Teilnehmer übereinstimmend berichten würden, dass sie mit dem Angebot nichts anfangen konnten, wird es die Organisatoren nicht grämen. Denn dann sollte der aktive und selbstorganisierte Lerner in der Lage sein, mit seinem Feedback und seinem Input selbst die Richtung zu ändern. In der Theorie zumindest. In der Praxis wird es eine der spannenden Aufgaben in naher Zukunft sein, diese informellen Lernerfahrungen greifbar, kommunizierbar, wenn nicht messbar zu machen: als Kompetenzen, die man auf diesem Feld entwickelt hat.

Hier die passenden Selbstreflektionen eines Teilnehmers: „And as a teacher who is being a voluntary student in this experience, I really don’t have any of the student’s experience of the fuzzy end of the lollipop of power: of getting grades that seem unfair (too low or too high), of having to do assignments that seem pointless or stupid or take up too much of my time, of having to listen to someone else drone on about whatever little thing it is that they have spent their life studying, of not being able to do what I want when I want to. That’s life, we tell our students, and part of what you’re learning is to be able to adapt to the real world of deadlines, arbitrariness, and, well, power relations. Learning to be a good student means learning how to negotiate what ideally is a well-designed mock-up of a real-world situation, with some room for do-overs, hopefully with some valuable guidance from someone who knows something you don’t.“  (Prof LL’s Second Life)
Connectivism & Connective Knowledge, 4. November 2008

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