Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Bildung auf einen Blick 2008

Das Netz ist gerade voll von Presseberichten zur jährlichen OECD-Publikation und man hat wieder den Eindruck, dass für jeden etwas dabei ist. So ist die Pressemeldung der Bundesregierung überschrieben mit „Deutsche Bildung: Auf dem richtigem Weg“, aber auf der deutschen OECD-Seite lesen wir: „Deutschland verliert bei der Ausbildung von Hochqualifizierten international weiter an Boden“. Die einen feiern die traditionell hohe Zahl von Abschlüssen im Sekundarbereich II, leicht steigende Zahlen von Studienanfängern sowie die im OECD-Vergleich hohe Zahl der ausländischen Studierenden in Deutschland. Die anderen finden dagegen den Anteil der Studienanfänger sowie der Hoch- und Fachhochschulabsolventen je Jahrgang äußerst bescheiden. Weitere Kapitelüberschriften des OECD-Kommentars: „Bedarf an Hochqualifizierten kaum zu decken“ und „Bildungsausgaben sinken gegen OECD-Trend“.

Eine abschließende Bemerkung: Es ist sicher richtig, dass der OECD-Bericht einen konsequenten Zusammenhang zwischen Bildung, Qualifizierung und Arbeitsmarkt herstellt. Es ist aber problematisch, wenn dadurch der Eindruck erweckt wird, als würden höhere Bildungsausgaben und höhere Zahlen von Studienabschlüssen automatisch die Probleme des Arbeitsmarktes lösen. Hier passen Globalisierung und nationale Interpretationen einfach nicht zusammen.
OECD, 10 September 2008

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