Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Bildung in Deutschland 2008

Der zweite nationale Bildungsbericht ist da. Er folgt in Aufbau und Darstellung der Erstauflage aus dem Jahr 2006 und bietet auf über 350 Seiten vor allem Empirisches zum deutschen Bildungswesen. Auf Bewertungen und Empfehlungen wird weitgehend verzichtet, wobei das Zahlenmaterial – oft präsentiert im OECD-Vergleich und mit Erinnerung an bildungspolitische Statements – keineswegs neutral daherkommt.Im einleitenden Kapitel („Bildung im Spannungsfeld veränderter Rahmenbedingungen“) legen die Autoren den Fokus auf den demografischen Wandel, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die Veränderungen sozialer Lebensformen. Man schließt hier an den Vorgänger 2006 an, fasst sich kürzer, ohne allerdings technische Entwicklungen wie das Internet auch nur am Rande zu erwähnen. Das Wort taucht im gesamten Bericht kein einziges Mal auf!

Ich habe mir dann noch das Kapitel „Weiterbildung und Lernen im Erwachsenenalter“ durchgelesen, wobei sich der Bericht hier auf bereits bekanntes, im Januar veröffentlichtes Zahlenmaterial stützt. Wie 2006 weisen die Autoren wieder auf einen Grundwiderspruch der Weiterbildungsdebatte hin: „Obwohl Politik, Wirtschaft und Wissenschaft lebenslanges Lernen von allen Individuen fordern, wurden die Weiterbildungsbudgets zum Teil dramatisch gekürzt.“ (S. 46)

Ansonsten ist der Bericht eine Fundgrube mit Informationen und Zahlen über alle Bildungsbereiche und -systeme hinweg. Verständlich, benutzerfreundlich – und online verfügbar.
Autorengruppe Bildungsberichterstattung, im Auftrag der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Juni 2008

Schreibe einen Kommentar

Basic HTML is allowed. Your email address will not be published.

Subscribe to this comment feed via RSS

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.