Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

eLearning Technology: Thomas Davenport and Blogging – He is Wrong!

Thomas Davenport ist ein renommierter Knowledge Management-Experte (immerhin mit eigenem Kanal auf Harvard Business Online). Schon in seinem Buch „Thinking for a Living“, das 2005 erschienen ist, geht er kurz auf Weblogs ein und äußert seine Zweifel an ihrer Relevanz für Unternehmen. „Perhaps the biggest problem for blogging is the time it takes to read and write blogs. If anything this tool has detracted from productivity, not increased it.“

Vor einigen Wochen hat er – inzwischen selbst aktiv bloggend – dieses Argument wiederholt: „That Enterprise 2.0 technologies produce too much content for their own good. Blogs in particular […] take too much time and attention to read, so inevitably most of them will be wasted on the world.“ („A Bull in the Enterprise 2.0 China Shop“)

Die Argumente von Davenport sind nicht schlüssig und konsequent, und darauf weist auch Tony Karrer hin: So betont Davenport an vielen Stellen den Wert des „Social Networking“ für Wissensarbeiter, blendet aber diese Verbindung bei seinen Anmerkungen zu Blogs gerne aus. Und, zum zweiten, ob etwas Zeit kostet oder spart, ist bekanntermaßen eine relative Größe, wenn man z.B. nur an die Art und Weise denkt, wie wir Emails nutzen.

Trotzdem ist am „Zeitproblem“ natürlich etwas dran! Hochschullehrer, die engagiert die Web 2.0-Möglichkeiten in ihre Seminarkonzepte einbauen und darüber berichten, sagen nie, dass sie Zeit „gespart“ haben, im Gegenteil! Und Personalentwickler und Bildungsmanager würden häufig gerne ambitionierte Community-Projekte starten, wenn sie nur wüßten wann (und manchmal auch wie!). Das sagt viel über Jobprofile und Prioritäten, aber wenig über die Vorteile und Nachteile von Weblogs!
Tony Karrer, eLearning Technology, 6 Oktober 2007

3 Responses to “eLearning Technology: Thomas Davenport and Blogging – He is Wrong!”

  1. jules

    Ich glaube, web2.0 kann sehr viel Zeit sparen. Es muss eben nur richtig eingesetzt werden. Hilfestellung dazu findet man jedoch mehr als genug im Internet.

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  2. Björn Ühss

    Produktivitätskiller oder -steigerer? Eine wirklich interessante Frage. Das wäre ein interessantes Diplomarbeitsthema für mich. Jules, du sagst da gibt es genug materalien dazu. ich freue mich über Infos dazu. Falls jemand näheres dazu kennt würde ich mich über einen Link freuen. (faimone /at/ gmx.de)

    Blogs können sicher leicht Zeitverschwendung sein, vor allem in der großen Anzahl an wenig fachlichen Inhalten. Bei richtiger Anwendung glaube ich aber stark daran, dass sie als Quelle von Expertenwissen und zur sehr einfachen Publikation & Kommunikation eingesetzt werden können. Disziplin ist im unendlichen Web wichtig, um sich nicht darin zu versinken.

    Antworten

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