Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Didaktische Arrangements und Lerninhalte – Zum Verhältnis von Inhalt und Didaktik im E-Learning.

Dieser Aufsatz ist in einer Festschrift erschienen, die Rolf Schulmeister, dem „‚Altmeister‘ des E-Learning“ (StudienVerlag), gewidmet ist. Peter Baumgartner, einer der beiden Herausgeber, behandelt hier das komplexe Thema der Wiederverwendung von Lerninhalten. Es geht um eine alte Idee, die im Zeitalter der Digitalisierung und des e-Learning schnell wieder auf die Tagesordnung kam: Kann ich nicht Zeit und Kosten sparen, indem ich einmal entwickelte Lerninhalte wiederverwende? Wie müssen solche wiederverwendbaren Lerninhalte gestaltet sein? Und: Was sind eigentlich Lerninhalte?

Peter Baumgartner rollt diese Fragen neu auf. Sein Argument: Bisher wurde zuviel über Lerninhalte und Lernobjekte nachgedacht, während die didaktische Seite des Lernprozesses vernachlässigt wurde. Eine Konsequenz dieser Einschränkung ist es, dass im Zusammenhang mit der Wiederverwendung von Inhalten vor allem ihre Vermittlung im Vordergrund steht, seltener ihre aktive Aneignung durch die Lernenden. Lernprozesse werden implizit auf darstellende Lehrformen reduziert.

Die Argumentation von Peter Baumgartner ist komplex. Er erinnert an Lernziele als „missing links“ zwischen Inhalten und Didaktik und führt das Modell Didaktischer Szenarien ein, um der Vielfältigkeit von Lehr- und Lernprozessen gerecht zu werden. Man darf gespannt sein, ob sein „erweitertes Modell eines Lernobjekts“ den Sprung von der Grundlagenforschung in die Bildungspraxis schafft.
Peter Baumgartner, in: Überwindung von Schranken durch E-Learning. Hrsg.: Peter Baumgartner und Gabi Reinmann. Innsbruck-Wien-Bozen (StudienVerlag), 2007, S. 149-176

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