Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Bologna in Zeiten des Web 2.0. Assessment als Gestaltungsfaktor

Ob Bologna, Web 2.0 oder Assessments: In Verbindung mit der gegenwärtigen Situation der Hochschulen liefert jeder dieser Begriffe garantiert Stoff für einen längeren Artikel. Mindestens. Gabi Reinmann hat etwas riskiert und alles zusammen in einen einzigen Arbeitsbericht gepackt. Dabei stellt sie konsequent die Möglichkeiten, die die Begriffe versprechen, der Realität gegenüber, die in den meisten Fällen diesen Möglichkeiten hinterherhinkt, quer zu ihnen läuft oder ihre Umsetzung gar systematisch verhindert.

Was sie bei dieser Gegenüberstellung leitet, sind der Kompetenzbegriff und das Konzept der Kompetenzorientierung, das auch Bologna proklamiert und Web 2.0 verspricht. Und Assessments?
„Wie war das doch gleich mit den Zielen von Bologna? Output- und Kompetenzorientierung? Was für einen „Output“ erfassen und bewerten wir mit Klausuren und anderen standardisierten Prüfungsformen? Kompetenzen? Wohl eher nicht. Und was kommt bei den Studierenden an? Vor allem Widersprüchliches, denn: Wir versprechen ihnen, sie mit Bologna auf berufliche Anforderungen, also aufs Problemlösen in der Praxis vorzubereiten, prüfen aber fast ausschließlich die Reproduktion von Fakten. Und noch schlimmer: Wir stellen ihnen effektive Förderung – mitunter sogar Eliteförderung – in Aussicht, betreiben aber mit dem gegenwärtigen Assessment vor allem eines: nämlich Selektion.“

Gabi Reinmann schließt, indem sie Web 2.0-Technologien und -Nutzung sowie Assessments zusammenführt und für ein „Blended Assessment“ wirbt. Ein spannendes Thema! Und es lässt sich in Richtung Kompetenzmessung und -bilanzierung trefflich weiterführen …
Gabi Reinmann, Arbeitsbericht Nr. 16, Universität Augsburg, Medienpädagogik, September 2007 (pdf)

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