Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Studieren 2.0

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle nur einen kurzen Hinweis auf die Online-Dokumentation der gemeinsamen Tagung von GMW und Campus Innovation 2007 bringen. Aber dann bin ich – Gott sei Dank! – bei der Keynote von Norbert Bolz hängengeblieben. Thema sind das Web und die Logik der Netzwerke: Diese, so Bolz bewundernd, steckt in „the strengths of weak ties“ (Mark Granovetter) und im „long tail“ (Chris Anderson). Dann erwähnt er Brechts „Radiotheorie“, um an das Versprechen zu erinnern, das Blogs und Wikis offensichtlich einlösen. Authentizität tritt hier an die Stelle von „Objektivität“, der Markt der Meinungen an die Stelle von „Wahrheit“. Die Selbstorganisation des Laienwissens, wie wir sie am Beispiel von Wikipedia erleben, fordert Experten und Autoritäten heraus. Und warum uns die unterschiedliche Qualität der Wikipedia-Artikel keine Sorgen bereiten muss, hat bestimmt noch niemand schöner als Norbert Bolz erklärt:
„Warum ist der Artikel über die Stubenfliege so phantastisch und der über Norbert Bolz schrecklich? Weil sich kein Mensch für Nobert Bolz interessiert, aber fast alle für die Stubenfliege!“
Nobert Bolz, podcampus, 19 September 2007