Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Schwerpunkt „eLearning“

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Wann gab es den letzten Überblick zum Thema „eLearning“, der ohne aktuelle Reizworte wie „Web 2.0“, „Social Software“ auskam, von „eLearning 2.0“ ganz zu schweigen? Nun, der aktuelle TAB-Brief mit dem Schwerpunkt „eLearning“ schafft es. „TAB“ steht für das „Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag“, und seit Ende 2003 hat man dort mit der Durchführung eines eLearning-Monitorings begonnen. Seine Arbeit ist, soweit ich es verstanden habe, wesentlich in die vorliegende Zusammenfassung eingeflossen.

Drei Themenfelder hebt der Bericht hervor: Zum einen „eLearning in der beruflichen Bildung“. Hier sind vor allem die Ausführungen zur Gestaltung prozessorientierter Lernangebote interessant, weil sie Fragen wie die Folgende auf die Agenda setzen: „Wie können die in den betrieblichen Prozessen erworbenen Erfahrungen der Mitarbeiter und Auszubildenden als Prozesswissen erfasst und wiederum in den Wissenskreislauf der Ausbildung eingebracht werden?“ (19) Von hieraus lässt sich dann auch der Bogen von eLearning zu dem spannen, was im TAB-Brief treffend „angewandtes Wissensmanagement“ genannt wird.

Ein zweites Themenfeld lautet „eLearning in Forschung, Lehre und Weiterbildung – Deutschland im internationalen Vergleich“. Hier wird (noch einmal) betont, dass eLearning als Teil eines umfassenden Hochschulentwicklungsprozesses gesehen werden muss, der aber an vielen Orten gerade erst begonnen hat. Diese Feststellung wird verbunden mit einem kritischen Blick auf die zurückliegende Förderpraxis: „Insbesondere beim Programm »Neue Medien in der Bildung « zeigte sich, dass trotz präziser Förderkriterien gerade die Nachhaltigkeit der Entwicklungen in den Hochschulen weniger Beachtung fand. Auch entsteht gelegentlich der Eindruck eines »l’art pour l’art« bei der
eLearning-Entwicklung …“
(22). Und im internationalen Vergleich ist noch deutlicher von der „fehlende(n) Gesamtkoordination und geringe(n) Vernetzung der vielfältigen öffentlichen und privaten eLearning-Akteure in Deutschland“ (26) die Rede.

Das letzte Kapitel ist mit „Zielgruppenorientiertes eLearning“ überschrieben und widmet sich den Zielgruppen „Kinder“ und „Ältere Menschen“.
Christoph Revermann, TAB-Brief 31, S. 13-37, Juni 2007 (pdf, 2,14 MB)
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