Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

The corporate university landscape in Germany

Das Thema „Corporate University“ hat sich still und leise aus den Bildungs-Feuilletons verabschiedet. Längst haben sich die Management-Consultants der Sache angenommen. Man bietet strategische Beratung, Unterstützung bei Akkreditierungen und Geschäftsmodelle für den laufenden Betrieb. Dazu gehört natürlich auch, dass man den Markt der Corporate Universities in Deutschland sondiert, bevor business as usual im Führungskräftetraining der Global Player einkehrt.

Vorneweg: Den Autorinnen ist ein sachlicher und komprimierter Überblick gelungen. Das funktioniert, weil sie sich nicht lange bei der Frage aufhalten, was eine Corporate University eigentlich ist. Sie konzentrieren sich auf 15 der größten „Corporate Universities“ in Deutschland und fragen, was sie von ihren US-amerikanischen Gegenstücken unterscheidet. Systematisch werden verschiedene Kriterien diskutiert. Einige historische Daten gibt es am Rande: So wird die erste Corporate University in Deutschland der Lufthansa zugeschrieben (1998), und es wird daran erinnert, dass sich Unternehmen wie die Deutsche Bank bis vor wenigen Jahren nicht sicher waren, ob eine Corporate University nicht doch mehr Frage- als Ausrufezeichen provoziert (und dann entschieden haben, ihre Einheit lieber „Learning and Development“ zu nennen).

Was aber sind die Unterschiede? „In sum, the major differences of German corporate universities to their US-American counterparts are a more limited target group of primarily management-level employees, a stronger relation to strategic and organisational change, a stronger focus on learning strategies as well as contextual strategies and the anchoring of company-specific and strategic knowledge, a stronger interest in cooperations with institutions of higher education as in trainers and coaches, and their smaller size.“ (12)
Bianka Lichtenberger und Maike Andresen, Malik Management Zentrum St. Gallen, OnlineBlatt 12/2007