Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Ne(x)t Generation Learning II.

Dieser Arbeitsbericht fasst zusammen, was nicht zusammen gehört. Fragen des E-Assessments sind Fragen des Bildungsmanagements. So spricht Karsten D. Wolf in seinem Beitrag von einem “Prüfungsaufkommen von mindestens 70.000 Prüfungen pro Semester” (28), das mit der Einführung von Bachelor- und Master-Studiengängen an einer Universität wie Bremen anfallen wird. Das legt natürlich nahe darüber nachzudenken, ob sich dieses Aufkommen durch “E-Klausuren” nicht effizienter bewältigen lässt. Hat das Thema noch weitere Dimensionen und Schnittstellen zu anderen Fragen des netzgestützten Lernens? Sicher (z.B. “E-Assessments der dritten Generation”, 37), aber sie stehen (derzeit) nicht im Vordergrund.

Die Einführung von E-Portfolios zielt dagegen darauf ab, neue Möglichkeiten der Dokumentation und Reflektion von Lernprozessen zu eröffnen. Das wird auch in der Einführung sowie im Beitrag von Sandra Schaffert (u.a.) unterstrichen. Doch schon der Titel dieses Beitrags, in dem von “Möglichkeiten und Herausforderungen” die Rede ist, macht ein Dilemma deutlich. Da ist zwar von der langen Tradition der Portfolio-Methode die Rede, von aktuellen Projekten auf verschiedenen Ebenen (europäisch, national, lokal), aber es fällt offensichtlich immer noch schwer, von konkreten Praxiserfahrungen zu berichten. Gerade wenn die AutorInnen betonen, dass es “nicht das eine Tool für den E-Portfolio-Einsatz geben kann” (84), ist es natürlich noch interessanter, mal den “O-Ton” eines Beteiligten zu hören.

“Aus technologischer Perspektive lassen sich E-Assessments und E-Portfolios ebenfalls deutlich voneinander abgrenzen. Während ein E-Assessment eher ein Bestandteil eines „klassischen“ Learning Management Systems darstellt, sind E-Portfolios meist ein zentrales Element einer Personal Learning Environments (PLEs), was als eine konsequente Implementierung eines lernerzentrierten Design-Ansatzes betrachtet werden kann.” (19) Das ist auch mein Verständnis.
Taiga Brahm und Sabine Seufert, Swiss Centre for Innovations in Learning (SCIL), 13. SCIL-Arbeitsbericht, März 2007 (pdf)

Schreibe einen Kommentar

Basic HTML is allowed. Your email address will not be published.

Subscribe to this comment feed via RSS

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.