Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Offene Bildung im/mit dem Web 2.0!?!

Eine kleine Auszeit liegt hinter mir. Ich war Montag und Dienstag in Salzburg auf der 3. Interdisziplinären EduMedia Fachtagung, die sich ganz dem Thema „Offene Bildung im/mit dem Web 2.0!?!?“ verschrieben hatte. Vorneweg: Strahlendes Frühlingswetter, über 200 Teilnehmer, darunter einige Edublogger wie Mandy Schiefner, Marco Kalz und Andreas Auwärter – gute Rahmenbedingungen also, um sich mal zwei Tage der internationalen Open Educational Resources-Bewegung anzuschließen.

Nun ist ja in den letzten Wochen und Monaten einiges zum Thema „Open Educational Resources“ (OER) veröffentlicht worden, so dass es nicht schwierig war, schnell Anschluss zu finden. Einen profunden Überblick bekamen zudem alle Teilnehmer zu Beginn der Veranstaltung in die Hand gedrückt: Die „OLCOS Roadmap 2012“. OLCOS steht für „Open eLearning Content Observatory Services“, ein europäisches Projekt, getragen von mehreren Kooperationspartnern, zu denen auch die EduMedia Gruppe der Salzburg Research gehört.

Was passierte in Salzburg? Ein Statement prägte aus meiner Sicht die Veranstaltung: Immer wieder war zu hören, dass Open Content und OER nur ein erster Schritt sein können, letztendlich sogar ein vergeblicher, wenn sich die pädagogischen Konzepte und damit das Lernen selbst nicht verändern. Das heißt, auch wenn sich bis heute bereits vieles getan hat, die entscheidenden Veränderungen stehen noch aus!

Einige Stichworte zu den Vorträgen und Themen der Konferenz: Die einleitende Podiumsdiskussion stand unter dem Titel „Freie Information, Wissen und Kreativität im Web 2.0?!“. Drei Wiki-Projekte (Wikipedia, „Mozart for all“, Salzburgwiki) gaben der Diskussion den roten Faden, wobei – wenig überraschend – Mathias Schindler von der Wikimedia Deutschland am ausführlichsten Rede und Antwort stehen musste. Ein Höhepunkt des zweiten Tages war sicher das Referat von Bernie Dodge aus San Diego, der sehr unterhaltsam für sein Steckenpferd „WebQuests“ (hier zur Webseite) warb. Hier habe ich gemerkt, dass ich auch noch einmal kräftig nachlegen muss!

Ein anderer Punkt, den ich mir notiert habe: Im Mai geht die Informationsplattform „open access“ live, über die Rubina Vock von der FU Berlin informierte. Hier bin ich wirklich gespannt! Ansonsten war das Programm sehr vielfältig: Einige Sessions konzentrierten sich z.B. stark auf Beispiele aus dem Schulalltag, was ich leider nicht immer rechtzeitig bemerkt hatte. Abschließend versuchte das Podium noch etwas zu provozieren („Was nichts kostet, ist nichts wert!?“), ohne allerdings erkennbar am Engagement und der Überzeugung der Open Content/ Open Source-Anhänger rütteln zu können.

Meine Präsentation, oder besser: meine Assoziationen („Warum verlangen Sie kein Geld dafür?“), sind hier online zu sehen.
3. Interdisziplinäre EduMedia Fachtagung, Salzburg, 16/17 April 2007

Nachtrag (20.04.: Weitere Blogger, die in Salzburg waren: Elisabeth Schallhart, Martin Ebner