Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Offene Lehre ist freie Lehre ist gute Lehre

Der Titel macht an. Das Buch ist angesiedelt in Linz, der Europäischen Kulturhauptstadt 2009, und die Herausgeber versuchen einen interessanten Spagat: auf der einen Seiten geben sie einen Überblick über das Spektrum der Open Source-Themen und auf der anderen Seite versuchen sie, diese Themen „vor Ort“ zu verankern.

„Offene Lehre ist freie Lehre ist gute Lehre“ ist ein Kapitel dieses Buches. Hier heißt es, Bildung als „zentrale Währung der Wissensökonomie“ kann von freier digitaler Verfügbarkeit nur profitieren. Am MIT wurde diese Einsicht mit dem OpenCourseWare-Projekt in konkretes Handeln umgesetzt. So steigen die Autorinnen ein, um dann zu fragen, wie es eigentlich in Österreich aussieht. „Durchwachsen“ könnte man sagen: Die Universität Klagenfurt ist als einzige österreichische Universität im internationalen Open Courseware Consortium vertreten und versucht derzeit, mit einer „One-Man“-Show Open Courseware zu praktizieren. Die Universität Linz ist davon noch weit entfernt und stellt ihr Multimedia-Angebot nur eingeschriebenen und zahlenden Teilnehmern zur Verfügung.

Da ist also noch Potenzial. Und so haben die Autorinnen dem Kapitel gleich einige Projektskizzen angehängt, die alle 2009 an den Start gehen könnten. Wenn Linz – siehe oben – Kulturhauptstadt wird.
Rebecca Kampl und Barbara Hofmann, in: Freie Netze. Freies Wissen. Hrsg. von Leonhard Dobusch und Christian Forsterleitner, Wien 2007