Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Das Mantra vom Weblog

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Wenn das Web 2.0 in der Personalführung angekommen ist, wird es wirklich ernst! Aufhänger des vorliegenden Artikels ist die Online Educa, die die Autorin im November letzten Jahres besucht hat und deren Eindrücke sie hier ausführlich schildert. Die Stichworte, die sie aus Berlin mitgebracht hat: Informelles Lernen, das fast automatisch mit vernetzten Arbeitsstrukturen einherzugehen scheint, die einen schnellen und flexiblen Zugriff auf Informationen und Kollegen verlangen. Communities, in denen sich Angestellte und Knowledge Worker immer häufiger versammeln (sollen); und vieles mehr.

Dabei nimmt die Autorin bei ihrem Rundgang über die Online Educa auch offene Fragen auf, z.B. nach der Bedeutung von Abschlüssen und Zertifikaten und dem Stellenwert von Open Content. Dazu Zusammenfassungen verschiedener Präsentationen, viele Zitate und ein abschließendes Interview mit Jaan Netzow und Martin Epple-Schlenker (IBM).

Einige Anmerkungen darf man sicher mit einem Fragezeichen versehen: So fällt der Satz: „Das klassische E-Learning als Einbahnstraße zum Lernenden ist tot“, was in diesem Zusammenhang auch schnell als Abgesang auf formales Training verstanden werden kann. Und ob die E-Learning-Branche von Wikis, Weblogs und Podcasts profitiert, ist keineswegs sicher. Trotzdem: Der Artikel bietet für Personaler, vor allem, wenn sie sich noch über das gedruckte Wort ihre Welt erschließen (also dieses Blog nicht lesen …), einen umfassenden Überblick über die Schnittstelle von Web 2.0 und Bildung.

Schade ist nur, dass viele, auch die Autorin, dem Reflex nicht widerstehen können, Lernen und Bildung zuerst mit Wettbewerb und Kampf, Gewinnern und Verlierern in Verbindung zu bringen:
„‚Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück.‘ Wer diese einfache Weisheit des britischen Komponisten Benjamin Britten (1913–1976) missachtet, geht im globalen Konkurrenzkampf um Köpfe und Ressourcen als Verlierer vom Feld. Die westlichen Industriegesellschaften können sich inzwischen des Ansturms der Billigproduzenten aus Asien kaum noch erwehren – als Verteidigungswaffe haben sie nun Bildung und Ausbildung wieder entdeckt.“
Cathrin Günzel, Personalführung 2/2007
[Kategorien: e-learning, Informelles Lernen, Online-Communities, Social Software, Trends in der Weiterbildung]