Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Social Software & E-Learning

Auch wenn ihn Peter Baumgartner nur dezent bewirbt, bringt dieser Artikel verschiedene Dinge sehr anschaulich auf den Punkt. Okay, die Frage, was Social Software eigentlich ist (und was nicht), ist nicht originell, aber die kurze Antwort passt: „Anwendungen …, die – zum Unterschied von Programmen, die Daten miteinander verknüpfen – Personen zueinander in Beziehung setzen.“ Entscheidend aber ist: „Menschen treffen sich zuerst um etwas zu tun (Internetadressen ablegen, Fotos auf einen Server laden) und lernen erst dann – sozusagen in der Ausübung ihrer Tätigkeit – mit Hilfe der Software, die ihren Arbeitsprozess unterstützt, Personen mit gleich gelagerten Interessen kennen.“

Und dann die Frage, was eigentlich alles in Gang gesetzt wird, wenn nicht nur das Internet, sondern auch Social Software fester Baustein akademischer Lernprozesse wird: „Wenn wir den Netzzugang offen halten, dann können wir nicht mehr den Zugang zu den Inhalten steuern, haben keine voll inhaltliche Kontrolle mehr. Wenn wir Social Software uneingeschränkt zulassen, dann können wir die sozialen Kontakte, die dabei entstehen, ebenfalls nicht mehr steuern.“

Aber, keine Angst, so Peter Baumgartner, denn zugleich werden ja die Lernprozesse und Lernfortschritte transparent! Wenn man diese Transparenz will und Curricula entsprechend verändert …
Peter Baumgartner, Computer + Personal (CoPers), Schwerpunktheft: E-Learning und Social Software, 2006, 14.Jg. (8), S. 20-22 und 34 (via Gedankensplitter v. 8 Januar 2007)
[Kategorien: e-learning, Social Software]

3 Responses to “Social Software & E-Learning”

  1. Andreas Auwärter

    Hallo Jochen –
    Zuerst einmal ein frohes neues Jahr und alle besten nur erdenklichen Wünsche.
    Aber zuerst einmal danke für das zu Tage bringen dieses tollen Artikels. Eine Lektüre, die sich unerwartet „gelohnt“ hat.
    Wie Podcasts, Wikis und Blogs sind keine Social Software? Und keiner fragt nach / widerspricht? Vielleicht ein bisschen?

  2. Jochen Robes

    Hallo Andreas, der Artikel zeigt, wie schwierig es ist, einzelne Tools und Dienste zu klassifizieren (vielleicht ist es auch eine müßige Übung!).

    Zum einen weist Peter Baumgartner auf curriculare Einschränkungen hin, die verhindern, dass das soziale Potenzial von Weblogs und Podcasts ausgeschöpft wird. Zum anderen, und da würde ich Deinem Ausrufezeichen folgen, kann man durchaus überlegen, ob es Sinn macht, eine einzelne Technologie wie Weblogs oder Podcasts separat zu betrachten. Oder ob diese Tools fairerweise nur in einem Zusammenhang diskutiert werden sollten, zudem immer auch Metadienste wie Technorati, RSS, Tags, Alerts usw. gehören.
    Gruß, Jochen

  3. Joachim Wedekind

    Für mich ist es auch nicht entscheidend, ob wir nun Social Software puristisch eng oder tolerant weit fassen. Zählen wir also Wikis, Blogs, selbst Podcasts ruhig dazu. Entscheidend ist doch immer, kann ich die neuen Tools und ihre Möglichkeiten nutzbringend in meinem formalen Lernsetting nutzen oder nicht – oder dürfen wir sie bloss zum „Verknüpfen von Menschen mit gleichen Interessen einsetzen“ (Baumgartner)? Also ich verwende mein Blog schlicht zur Organisation meines Seminars und das klappt prima. Natürlich sind meine Studis nicht durchs Bloggen zusammen gekommen sondern durch Anmeldung zu meinem Seminar. Dabei unterstelle ich mal, dass sie neben dem Scheinerwerb ein gemeinsames Interesse am Seminarthema mitbringen. Für mich als Kursanbieter ist die Verfügbarkeit niedrigschwelliger Tools einfach hilfreich und die Studis haben einen direkten Mehrwert ohne dass gleich eine semesterüberdauernde Community draus werden muss. Ach ja, zu Semesteranfang kannten übrigens die wenigsten Blogs, Wikis usw. Nur beim Stichwort YouTube konnten fast alle mitreden. Langer Rede kurzer Sinn: Für mich erweitert sich mein Methodeninventar und indem ich es anwende erweitert es gleichzeitig das meiner Studis.

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