Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

The Myth of the Knowledge Economy

Gibt es sie wirklich, die „Knowledge Economy“? Oder ist nur ein neoliberales Etikett, um bestehende Widersprüche und offene Fragen zu überdecken? Für Norm Friesen ist sie – zumindest, was die Schilderungen ihrer Apologeten betrifft – ein Mythos. Zwei Punkte führt er beispielhaft an: Zum einen hat er einen Blick auf die Vorhersagen des US Department of Labor geworfen, um festzustellen, dass die drei Top-Wachstumsbranchen der Knowledge Economy überraschenderweise „Hospitality“, „Health Care“ und „Retail“ heißen sollen; und zum anderen weist er darauf hin, dass einer Minderheit hochqualifizierter Knowledge Worker eine größer werdende Mehrheit an Menschen gegenübersteht, die auf „traditionelle“ Art ihren Lebensunterhalt bestreitet.

Vor diesem Hintergrund, so Norm Friesen, ist es nicht nur notwendig, die digital divide zu thematisieren, sondern auch immer wieder zu fragen, wer die Träger des Wissens in der Knowledge Economy sind und in wessen Interessen sie handeln.
Norm Friesen, Ipseity, 24 November 2006
[Kategorien: Weiterbildung allgemein]