Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Vermarktung von E-Learning als Herausforderung an Hochschulen

Ein interessantes Thema! Nach einem Jahrzehnt intensiver e-Learning-Förderung und -Entwicklung sitzen die Hochschulen auf einem Schatz, den sie gerne heben möchten. Es scheint attraktiv: Mit e-Learning-Angeboten lassen sich neue Kooperationen denken, der Weiterbildungsmarkt öffnet sich, neue Zielgruppen können bedient werden, neue Einnahmequellen winken. Allein, die Wirklichkeit stellt der Umsetzung einige Hindernisse in den Weg, und um diese Hindernisse geht es in diesem Artikel. Da werden u.a. genannt:

– eine vielerorts fehlende strategische Ausrichtung der e-Learning-Enwicklung: Die meisten e-Learning-Produkte sind nicht „self-contained“, sondern stark kontextgebunden: „Sie sind in einem engeren Zusammenhang mit einer oder mehreren Lehrveranstaltungen und bestimmten Studiengängen an einer bestimmten Hochschule entwickelt worden.“
– das überzogene Vertrauen in den Austausch von Learning Objects über Lernsystemgrenzen hinweg sowie die Durchsetzung und Akzeptanz von Metadaten („Das Potenzial solcher ‚Folksonomies‘ (van der Vaal) für die Kategorisierung von Inhalten im Internet wird zunehmend deutlich. Zum anderen wächst die Bedeutung dynamischer Metadaten …“);
– die fehlenden Rahmenbedingungen an Hochschulen, über alle Entwicklungs- und Einsatzphasen von e-Learning hinweg eine professionelle Servicequalität anzubieten.

Aber der Artikel gibt auch Hinweise, wo es lang gehen sollte: weg vom Blick auf e-Learning-Content und hin zu einer Betrachtung von e-Learning als Bildungsservice: „Insofern besteht der spezifische Vorteil von Hochschulen, etwa gegenüber Medienunternehmen, nicht in der Fähigkeit, hochwertige Medienprodukte herzustellen, sondern in der gesamten Wertschöpfungskette eines Bildungsservice, der in der Lehre – unter Nutzung digitaler Medien – realisiert wird.“
Michael Kerres, Nadine Ojstersek und Britta Voß, in: A.Hanft und A.Simmel (Hrsg.): Vermarktung von Hochschulweiterbildung. Münster, New York, München, Berlin (Waxmann) 2006
[Kategorien: e-learning, eUniversity]

2 Responses to “Vermarktung von E-Learning als Herausforderung an Hochschulen”

Comments are closed.