Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Revisiting Communities of Practice: from fishermen guilds to the global village

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Es ist schon einige Wochen her, dass mich Martin Röll auf diesen Artikel aufmerksam gemacht hat. Zu einer gründlichen Auseinandersetzung bin ich leider bis heute nicht gekommen, deshalb stelle ich ihn jetzt auf die Bühne. Ziel dieses Artikels ist nichts weniger als der Versuch, „to deconstruct some of the basic concepts of Communities of Practice“. Konkret geht es um das Konzept, das Etienne Wenger und andere beschrieben und das bis heute die theoretische Grundlage fast aller Beschäftigungen mit dem Thema „Community/ Communities of Practice“ bildet. Zwei Trends, so der Autor, haben dazu geführt, dass diese Grundlage dringend überarbeitet werden muss:

„The role of professional organizations in shaping practice is changing very significantly. And the IT revolution has broadened and changed (and keeps broadening and changing) the possibilities for interaction, for accumulation and diffusion of information among practitioners.“


Viele der Beobachtungen des Autors sind plausibel und überzeugend. Vor allem, was er über das Konzept des „conversational space“ sagt:
„A single individual’s participation in several communities within the same field, in a more or less “peripheral way”, is becoming increasingly common, just as the flow of information between the diverse communities. …
It is evident though that this vague association of people does not form an entity analogous to a Community of Practice, but something more diffuse: something I have come to call a “conversational space”.“

Ich bin auch überzeugt davon, dass Netzwerke, beschrieben als „conversational spaces“, heute den Informationsaustausch auf einem bestimmten Gebiet besser fassen als das formalere Konzept der Communities. Aber ich kann auf die Schnelle weder dem Autor noch dem Konzept der „Communities of Practice“ gerecht werden! Deshalb: Bitte selbst ein Bild machen!

Nur eine letzte Anmerkung zum Artikel: Es ist etwas überraschend, dass der Autor (und nicht nur er) gerade bei diesem Thema alle persönlichen Erfahrungen außen vor lässt. Als ob nicht jeder, der sich theoretisch mit diesem Thema beschäftigt, selbst Teil von Communities, Netzwerken oder „conversational spaces“ ist und am Beispiel eigener Erfahrungen beschreiben könnte, warum das CoP-Konzept nicht mehr funktioniert.
Miguel Cornejo Castro, Knowledge Board, 10 Mai 2006
[Kategorien: Online-Communities]