Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Digitale Nihilisten. Die Blogosphäre unterminiert den Medienmainstream

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Spannender ist vielleicht der Text über die Kommandoaktion zur Befreiung der US-Geiseln in Teheran 1980 („Wüstendebakel“). Aber was Geert Lovink im aktuellen Lettre International über Weblogs schreibt, habe ich in dieser Form auch noch nicht gelesen. Eine sozialpsychologische Studie des Bloggens. Levink sucht nach Formeln, um den gegenwärtigen „Transformationsprozess“ auf den Begriff zu bringen. Ich kann an dieser Stelle nur auf einige seiner Assoziationen hinweisen. Zum Beispiel den Punkt, dass nicht zuletzt durch Blogs „Wahrheit zu einem Projekt von Amateuren geworden“ ist. Das Mediensystem, das uns vertraut ist, verschwindet, aber was wird es ersetzen? „Blogger sind Nihilisten“, behauptet Geert Levink. „Statt über die ideologische Färbung der Nachrichten zu klagen, wie es frühere Generationen taten, bloggen wir als Zeichen einer wiedergewonnenen Macht des Geistes.“

Des weiteren ist von „Netzzynismus“ und, später, der „Selbstreferentialität“ des Bloggens die Rede. Wenn ich Levink richtig verstanden habe, verbindet er mit Blogs weniger eine logische oder notwendige Verbesserung des bestehenden Mediensystems, sondern mehr einen „Zustand“, in dem wir uns befinden. Aber sein Artikel lässt sich wie alle, die sich auf Zeugen wie Foucault und Baudrillard berufen, sicher auch anders lesen. Leider nur in Auszügen online!
Geert Lovink, Lettre International 73
[Kategorien: Weblogs]