Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Erkundungen von Weblog-Nutzungen. Anmerkungen zum Stand der Forschung

Noch werden Weblogs von der Forschung – soweit man denn überhaupt bereits von einer „Weblog-Forschung“ sprechen kann – vor allem als neue journalistische Ausdrucksformen betrachtet. Damit wird man aber der Mehrzahl der Weblogs nicht gerecht. Denn die Millionen Online-Journale bzw. -Tagebücher sind zwar öffentlich, werden aber als „Medium der interpersonalen Kommunikation geführt […], mit dessen Hilfe Menschen Beziehungen zu Freunden und Verwandten pflegen oder mit Personen kommunizieren, die ähnliche Interessen teilen“.

Das ist die Quintessenz dieses Artikels, der den aktuellen Forschungsstand zusammenfasst, um anschließend aus kultur- und sozialwissenschaftlicher Perspektive eine Reihe von interessanten und offenen Fragen zu stellen, die der näheren Betrachtung lohnen. Vor allem: Was bedeutet es mit Blick auf die unzähligen öffentlich geführten Tagebücher, „wenn interpersonale Kommunikation zwischen den Subjekten quasi öffentlich, da potenziell für jeden offen zugänglich, stattfindet“? Vielleicht sind diese Verschiebungen an der Grenze zwischen privat und öffentlich das Spannendste an dieser Bewegung, vielleicht sogar ein neuer „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ (Habermas) …
Jan Schmidt, Klaus Schönberger, Christian Stegbauer, in: Dies. (Hrsg.): Erkundungen des Bloggens. Sozialwissenschaftliche Ansätze und Perspektiven der Weblogforschung. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft 2005
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