Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

„Generation 50plus“ – kommerzielle Erfindung oder neue Zielgruppe für die Erwachsenenbildung?

Es besteht ja derzeit wirklich kein Mangel an Beschreibungen des „Homo Zappiens“, der „Millennials“ bzw. der „digital natives“. Und wenn es um e-Learning geht, beschreibt „50plus“ mehr eine Problem- als eine Zielgruppe. Von daher habe ich mich über diesen Bericht gefreut, um so mehr, als er auch dem anderen Reflex nicht verfällt, der die höheren Jahrgänge, soweit sie noch im Berufsleben stehen, nachdrücklich an die Pflicht des lebenslangen Lernens erinnert. Nein, hier geht es um die Frage, ob sich hinter der Wortschöpfung „50plus“ mehr als Marketing verbirgt, und ob es für eine Altersgrenzziehung sinnvolle Argumente gibt. Die in der Literatur gefundenen Erkenntnisse lösen, wenig überraschend, den Begriff „50plus“ schnell in eine Vielfalt von verschiedenen Aspekten und Erkenntnissen auf, die eine Altersgrenze in den Hintergrund rücken lässt.

Zwei Aussagen seien an dieser Stelle kurz festgehalten: So liefern die Veröffentlichungen „keinerlei Anhaltspunkte für die Notwendigkeit einer ‚besonderen‘ Methodik und Didaktik für ‚ab 50-Jährige‘ im Unterschied zu den ‚unter 50-Jährigen'“. Interessant auch die (fast vergessenen) Plädoyes für „eine stärkere Förderung des intergenerationellen Lernens“.
Elke-Heidrun Schmidt, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung, Oktober 2005 (pdf)
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