Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

i2010: Fostering European eLearning Content to Make Lisbon a Reality

Empfehlungen industrieller Konsortien, das liegt in der Natur der Sache, sind immer mit Vorsicht zu genießen. Es geht um eigene wirtschaftliche Interessen, auch wenn sie, wie in diesem Fall, mit höheren Zielen verbunden werden. Nichtsdestotrotz ist der vorliegende Spagat eine interessante Lektüre. Denn auf der einen Seite, ganz klar, geht es um die Absicherung bestehender e-Learning-Geschäftsmodelle, z.B. gegen „business-incompatible and hidden-cost models of Open Content production, called “free” but often made possible only through the institutionally- untracked use of public funds (e.g., to pay the salary of teachers or professors who author “free” content …“.

Auf der anderen Seite wissen die Mitglieder dieses Konsortiums aber nur zu gut, dass die bestehenden Bildungsmodelle auf dem Prüfstand stehen. Von daher ist in diesen Empfehlungen auch die Rede von „new approaches for learning“; vom Potenzial, das e-Learning innewohnt: „It stretches far beyond course based learning and leverages new technologies such as collaborative and community software, Instant Messaging and Blogs and social Network Analysis to give a few examples. It encompasses concepts like Content Management, Knowledge Management, Performance Support, Workflow Learning and Virtual Cooperation. Thus eLearning can be a powerful engine for the knowledge-based society affecting us in many aspects of our lives.“

Oder von der zukünftigen Rolle von Lehrern und Bildungsexperten: „Teachers/tutors are no longer only dispensers of knowledge but rather proactive facilitators who promote collaborative knowledge-building and guide students to learn in a variety of environments, to navigate within and process a multitude of information resources, and to use these resources in solving problems and making decisions on their own.“

Von daher sind diese Empfehlungen nicht nur Interessenvertretung, sondern sie geben ein, wie ich finde, realistisches Bild des Wandels, dem e-Learning gegenwärtig unterliegt. Dazu gehört auch, dass selbst eLIG-Unternehmen wie Microsoft, IBM, Cisco und SAP viele Entwicklungen lieber mit öffentlichen Geldern anstoßen möchten, als sich allein auf unsicheres Terrain zu begeben. (via CHECKpoint eLearning)
European eLearning Industry Group (eLIG), 20 Oktober 2005 (pdf)
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