Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Plädoyer für Offene Lernumgebungen

Was versteht der Autor unter „Offenen Lernumgebungen“? „Diese Art von Lernsituationen geben keine bestimmten Inhalte oder Aufgaben vor, sondern überlassen es den Lernenden, selbst die Ziele und Gegenstände des Lernens zu entdecken und sich das benötigte Wissen im Verlauf des Problemlöseprozesses selbständig anzueignen. Sie folgen dem Konzept des studentenzentrierten Lernens.“ Weitere Kriterien offener Lernumgebungen sind: „authentische Situationen“, „Suchraum für explorative Lernprozesse“ und „Interaktivität der Lernobjekte“.

Was das in der Praxis bedeuten kann, wird am Beispiel zweier Programme zum Erlernen der Gebärdensprache gezeigt. Im zweiten Programm können die Studierenden mit Hilfe eines Avatars eigene Aussagen oder Sätze in Gebärdensprache konstruieren und so „ihre produktive Sprachkompetenz testen“. Das Beispiel überzeugt, auch wenn sich in der Einleitung wieder unnötigerweise virtuelles und Präsenzlernen gegenüberstehen („Virtuelles Lernen erreicht erst dann eine dem Präsenzlernen adäquate Qualität, wenn …“).
Rolf Schulmeister, in: Ben Bachmair, Peter Diepold und Claudia de Witt (Hrsg.): Jahrbuch Medienpädagogik 4. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden 2005, S. 43-53 (pdf).
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