Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Zur Didaktik des Einsatzes von Lernplattformen

Wenn man das Stichwort „Evaluation von Learning Management Systemen“ liest, fällt in der Regel unweigerlich der Name von Rolf Schulmeister. Er hat 2003 eine der umfangreichsten Untersuchungen zum Thema publiziert und ist seitdem gern gesehener Gast auf allen e-Learning-Konferenzen. In diesem aktuellen Artikel knüpft er an seine damalige Untersuchung an. Er konstatiert einleitend, dass sich die Evaluationskriterien für ein LMS verschoben haben: nicht mehr Fragen des Funktionsumfangs stehen im Vordergrund, sondern der Nutzen des LMS für die Zielgruppe, die Integration in die technische Hochschulinfrastruktur, aber auch, inwiefern es das Design vielfältiger didaktischer Szenarien unterstützt.

Diesen Punkt führt der Autor weiter aus und beschreibt, welche Optionen ein LMS in der Regel bei der didaktischen Konzeptionierung von Lehrinhalten und Kursen bietet. Dabei weist er auch auf die Gefahr hin, die darin liegt, den Vorgaben eines LMS blind zu folgen:
„Die Konstruktionsweise der Lernplattformen ist suggestiv, sie verführt den Autor zu einer sequentiellen Struktur für das Arrangement der Lernmaterialien oder Lernobjekte, die häufig mit der gewohnten Fachsystematik korrespondiert, so wie sie im typischen Lehrbuch vorliegt.“

Insgesamt eine hilfreiche Übersicht mit einem klaren Fokus. Die Möglichkeiten des Internets jenseits eines LMS sind allerdings kein Thema.
Rolf Schulmeister, in: Maike Franzen (Hrsg.): Lernplattformen. Web-based Training 2005. Empa-Akademie: Dübendorf, Schweiz 2005, S. 11-19