Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Video gaming: Chasing the dream

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Meine Erfahrungen mit Video- und Computerspielen beschränken sich auf einige Stunden „Myst“, aber das ist schon Jahre her, und ich habe schnell die Geduld verloren. Vor einigen Monaten habe ich mit dem „Informaticus“ aus dem Hause Klett einen zweiten, vorsichtigen Versuch gestartet – und bin schier verzweifelt! Beruhigt habe ich mich erst, als mir ein Bekannter bestätigte, dass es ihm mit diesem und anderen Programmen aus dieser Reihe genau so ergangen sei. Das Internet, darauf wies er noch hin, sei übrigens voll von Selbsthilfegruppen und Lösungshilfen! Wie auch immer, spätestens hier war mir klar, ich bin ein „digital immigrant“!

Und vor allem die will der aktuelle Special Report des Economist ansprechen: „Amid all the arguments about the minutiae of rating systems, the unlocking of hidden content, and the stealing of children’s innocence, however, three important factors are generally overlooked: that attitudes to gaming are marked by a generational divide; that there is no convincing evidence that games make people violent; and that games have great potential in education.“

Um Letzteres zu unterstreichen, wird auf die wachsende Popularität von Computerspielen in der betrieblichen Weiterbildung hingewiesen. Die Beispiele, soweit nachvollziehbar, reichen von spielerisch aufgemachten Assessments bis zu komplexen Simulationen. Unterstützung kommt inzwischen auch von Harvard-Autoren, die bescheinigen: „Gamers, they write, are skilled at multi-tasking, good at making decisions and evaluating risks, flexible in the face of change and inclined to treat setbacks as chances to try again. Firms that understand and exploit this, they argue, can gain a competitive advantage.“
Aber vielleicht sind es im ersten Schritt nicht Spiele, die in der Weiterbildung eingesetzt werden, sondern spielerische Elemente als Teil einer Marketing-Kampagne, die nicht Mitarbeiter, sondern Kunden anspricht. Stichworte: Edutainment oder Edu-Commerce.
The Economist, 4 August 2005
[Kategorien: Trends in der Weiterbildung]