Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Schneller Schlau

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Zugegeben, es ist etwas umständlich, an diese Artikel zu kommen (man muss sich registrieren, um das eMagazin kostenlos zu testen, und dann die Artikel suchen). Und die Liste mit den „Pillen fürs Gedächtnis“ (Ritalin!) hat sicher die größte Anziehungskraft. Aber im Mittelpunkt stehen auch neue Erkenntnisse der Neurobiologie und das Beharrungsvermögen der (deutschen) Pädagogik. Das ist zumindest der Gegensatz, den die Autoren betonen und der auch im Interview mit Elsbeth Stern und Henning Scheich ausgelotet wird. Kostprobe:

„Frau Professor Stern, wie kommt es, dass Ihre Erkenntnisse, wie besser gelernt werden kann, jahrelang kein Gehör fanden und die Neurowissenschaftler jetzt auf so große Resonanz stoßen?

Stern: In Deutschland gibt es eine sehr starke geisteswissenschaftliche Tradition der Pädagogik, die in anderen Ländern so nicht mehr besteht. Teilweise wird bei uns noch Unterricht wie vor 50 Jahren gemacht. Das Wissen, wie man guten Unterricht gestaltet, war da, aber es ist nicht in der deutschen Pädagogik angekommen.
Scheich: Das bestreite ich. Es gab Vermutungen, aber es fehlte die notwendige Einsicht in die Ursachen. Die liefert die Hirnforschung, weil die Mechanismen zu erkennen Voraussagen erlaubt.“

Wirtschaftswoche, Nr. 30 vom 21 Juli 2005
[Kategorien: Weiterbildung allgemein]